"Blaue Blume" schillerte im Konzert

Dortmunder Philharmoniker

DORTMUND. Marzio Conti Die "Blaue Blume der Romantik" - sie schillerte am Dienstag- und Mittwoch im siebten Philharmonischen Konzert im Konzerthaus wie ein Chamäleon. Der Italiener (Foto) am Pult der Dortmunder Philharmoniker ließ sie erst französisch elegant aufblühen und dann in bestem Wortsinn kapellmeisterlich genau und deutsch triumphal leuchten.

von Von Julia Gaß

, 13.04.2011, 22:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Marzio Conti dirigierte das siebte Philharmonische Konzert in Dortmund.

Marzio Conti dirigierte das siebte Philharmonische Konzert in Dortmund.

Kammermusikalisch fein ausgearbeitet waren große Teile des Abends, vor allem Ravels "Valse nobles". Behutsam machte Conti sie zu Tänzen wie für eine Zuckerfee und ließ die Musik im Epilog in Schönheit sterben. Auch Schuberts "Große Sinfonie" baute er fast aus dem Nichts, aus leisen Hornklängen, auf und steigerte sie klug und mit viel Spannung über eine Stunde zum triumphalen Jubelfinale. Die Hörner hatten eine Sternstunde an diesem Abend - wie die gesamte Bläsergruppe der Philharmoniker in Bestform war.Hören nach Farben Ein Schubert im Beethoven-Ton war vor allem das Scherzo der Sinfonie, aber auch den langsamen Satz legte Conti flott, markant und sehr kontrastreich an. Im Finale durften dann die Streicher in üppigen Klängen schwelgen. Eine seltene Farbe brachte in dieses Konzert zum "Hören nach Farben" der französische Saxophonsolist Claude Delangle. Berios "Chemnis VII", von ihm 1996 uraufgeführt, war trotz gewaltiger Bläserbesetzung eine kammermusikalische Petitesse. Allerdings auch sehr zerklüftete musikalische Avantgarde. Besser kamen die Zugaben an: ein rumänischer Volkstanz von Bartók und "Oblivion" von Piazzola.

 

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