Bluttat in Marl-Brassert: Notarzt und Sanitäter kämpften um das Leben des Kindes

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Dramatische Szenen haben sich in der Nacht zu Dienstag in Marl-Brassert ereignet. Eine junge Frau wird getötet, ihr kleiner Sohn schwebt in Lebensgefahr. Was steckt hinter dieser Tat?

von Thomas Fiekens

Marl

, 10.11.2020, 17:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der gewaltsame Tod einer jungen Mutter in Marl-Brassert beherrscht die Schlagzeilen, ihr vierjähriger Sohn liegt mit lebensgefährlichen Verletzungen im Krankenhaus.

Noch in der Nacht von Montag auf Dienstag haben Polizeibeamten einen Tatverdächtigen, einen 20-jährigen Marler, im Stadtgebiet festgenommen. Als Polizeibeamte nach Zeugenhinweisen am Dienstagmorgen gegen 0.30 Uhr an der Rheinstahlstraße eintreffen, kommt für die Frau jede Hilfe zu spät, der Zustand ihres kleinen Jungen ist dramatisch. Notarzt und Sanitäter kämpfen um sein Leben.

Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer

In den Stunden danach laufen Ermittlungsroutinen der Recklinghäuser Polizei an, eine Mordkommission wird eingerichtet, Kriminaltechniker sichern im Mehrfamilienhaus an der Rheinstahlstraße Spuren.

Nichts deutet von außen darauf hin, was in der Erdgeschosswohnung hinter einem Fenstervorhang mit Kindermotiven geschehen ist. Nichts an der Rheinstrahlstraße ist auffällig. Wer sie entlangläuft, erlebt ein ruhiges, von Reiheneigenheimen und zweigeschossigen Vivawest-Mehrfamilienhäusern geprägtes Wohnviertel.

Internet und Facebook gibt es allerdings auch hier – während die Spurensicherung gelegentlich vors Haus tritt, um Beweismittel im behördenweißen Sprinter zu verstauen, verbreitet sich die Nachricht vom Tod der jungen Mutter und des schwerverletzten Jungen wie ein Lauffeuer in der Nachbarschaft.

Wer kümmert sich jetzt um den kleinen Jungen?

Immer wieder wird die Frage nach dem Schicksal des kleinen Jungen gestellt – wer wird sich um ihn kümmern? Sehr gut nachvollziehbar machen die Ermittler mit Rücksicht aufs Kind keine Angaben zum Hintergrund.

Tatsächlich ist diese Sensibilität auch bei der Recklinghäuser Polizei sehr ausgeprägt – standardmäßig wird in vergleichbaren Fällen Betroffenen, Angehörigen oder auch Polizeibeamten nach belastenden Einsätzen professionelle Begleitung angeboten.

Zurück an die Rheinstahlstraße. „Es ist völlig ruhig hier“, berichten Roswitha und Werner Loyda übereinstimmend, hier gibt es keine Randale oder so.“ Sie wohnen schräg gegenüber vom Tatort, leben seit gut 20 Jahren in der Siedlung.

Auf den Vermieter Vivawest lassen die Loydas nichts kommen, Wohnungen würden z.B. vor einem Neubezug renoviert – so auch vor einem Jahr bei der jungen Frau. Das Opfer und den kleinen Jungen hätten sie zwar hin und wieder gesehen, näheren Kontakt aber habe es nicht gegeben – auch hier: alles unauffällig.

Zweiter Name auf dem Klingelschild ist abgeklebt

Das deckt sich mit dem, was in der Nachbarschaft weiter zu erfahren ist: Einen Freund soll die Frau gehabt und vorzugsweise in der Nachtschicht gearbeitet haben. Freundliches, zurückhaltendes Auftreten – so in Richtung „guten Tag, guten Weg“.

Ein Indiz auf eine mögliche Trennungs-Vorgeschichte findet sich am Klingelschild der Getöteten. Über ihrem eigenen steht ein zweiter Name. Doch allerdings ist er sorgsam abgeklebt…

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