Hochgiftiges Zyankali in Bochumer Wohngruppe gefunden

Polizei

In einer Wohngruppe in Bochum haben Ermittler bei einer Durchsuchung Zyankali gefunden. Ein Bewohner soll das extrem gefährliche Gift auf einem Industriegelände gefunden haben.

Bochum

27.11.2020, 16:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
In einer Bochumer Wohngruppe wurde Zyankali im Schrank eines Bewohners gefunden.

Ein Feuerwehrmann aus Bochum zeigt das Behältnis mit der gefährlichen Substanz. Später stellte sich heraus, dass es Zyankali ist. © Feuerwehr Bochum

Auf der Suche nach angeblich versteckten Feuerwerkskörpern sind Ermittler in einem Wohnheim in Bochum am Freitag (27. November) auf hochgiftiges Zyankali gestoßen. Der Bewohner, in dessen Schrank sich das Gift befand, habe angegeben, die Dose mit einer Substanz auf einem Industriegelände in einem leerstehenden Gebäude gefunden zu haben, sagte ein Polizeisprecher am Freitag.

Zuvor hatten mehrere Medien über die Durchsuchung in der Wohngruppe für psychisch Kranke und den gefährlichen Fund am Donnerstag berichtet. Laut WDR handelte es sich um 100 Milliliter des tödlich wirkenden Giftes. Dem Polizeisprecher zufolge war es eine erhebliche Menge - ob Pulver oder Flüssigkeit, konnte er zunächst nicht sagen.

Unter anderem werde nun ermittelt, wieso sich das Gift ungesichert in dem leerstehenden Gebäude befunden hatte. Ein Bewohner des Heims hatte heimliche Feuerwerkskörper in der Wohngruppe vermutet und mit seinem Hinweis die Durchsuchung ausgelöst.

Leerstehendes Gebäude durchsucht

Am Nachmittag durchsuchten Feuerwehr, Polizei und das Bochumer Umweltamt aufgrund der Angaben des Bewohners das Gelände eines ehemaligen Heizkraftwerkes in der Ruhrgebietsstadt.

„Dabei wurden in einem alten Laborbereich diverse undefinierbare Pulver und Flüssigkeiten gefunden, bei denen ebenfalls der Verdacht bestand, es könnte sich um gefährliche Chemikalien handeln“, berichtete die Feuerwehr. Sie forderte ein mobiles Labor an, um die Stoffe vor Ort zu analysieren. Ein Ergebnis lag bis zum späten Freitagnachmittag noch nicht vor.

dpa

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