Botschaft der Einheit: Joe Biden will Präsident aller Amerikaner sein

Wahlen in den USA

Nach seinem Sieg bei der Präsidentenwahl in den USA ruft Joe Biden die Nation zur Einheit auf.Seine Regierung werde die „Seele Amerikas“, den Respekt für die USA auf der Welt wieder herstellen.

Wilmington

08.11.2020, 07:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Joe Biden will der Präsident aller Amerikaner sein.

Joe Biden will der Präsident aller Amerikaner sein. © picture alliance/dpa

Der Sieger der US-Wahl Joe Biden hat versprochen, Präsident aller US-Amerikaner zu sein. „Ich verspreche, ein Amerikaner zu sein, der nicht danach strebt zu spalten, sondern zu einen“, sagte der Demokrat Biden bei seiner ersten Rede nach Bekanntgabe seines Sieges in seiner Heimatstadt Wilmington (Delaware) am Samstagabend (Ortszeit). Seine Regierung werde die „Seele Amerikas“ und den Respekt für die USA auf der Welt wieder herstellen.

„Lasst uns gegenseitig eine Chance geben“

„Lasst uns diese düstere Ära der Dämonisierung hier und jetzt zu Ende gehen lassen“, sagte Biden. Seine Aussagen ließen sich als deutliche Kritik an Trumps aggressivem Stil verstehen - obwohl Biden sich nicht direkt zu dem Republikaner äußerte.

„Lasst uns uns gegenseitig eine Chance geben“, sagte er außerdem mit Blick auf Wähler von Präsident Donald Trump. Er könne ihre Enttäuschung nachvollziehen, sagte Biden, auch er habe einige Male verloren. Doch seien Anhänger der jeweils anderen Partei keine Feinde, sondern ebenfalls Amerikaner. Er werde so hart für die arbeiten, die ihn nicht gewählt hätten, wie für die, die ihn gewählt hätten. Trump hat seine Niederlage nicht eingestanden und rechtliche Schritte wegen des Auszählung in mehreren Staaten angekündigt.

Biden will Corona-Pandemie stoppen

Als erste Amtshandlung will Biden die Reaktion der Regierung auf die Coronavirus-Pandemie ändern. Schon am Montag werde er einen Expertenrat zur Eindämmung der Pandemie vorstellen. Die „führenden Wissenschaftler und Experten“ würden ihm helfen, einen „Aktionsplan“ zu entwickeln, der schon ab dem Tag seiner Amtseinführung am 20. Januar umgesetzt werden könne, sagte Biden. Mit der Ankündigung in seiner Siegesrede, die sonst eher allgemein blieb, unterstrich Biden die Bedeutung des Kampfes gegen die Pandemie für seine Amtszeit.

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Kampf gegen Rassismus und Klimawandel

Als weitere wichtige Aufgaben seiner Präsidentschaft nannte Biden den Kampf gegen Rassismus und den Klimawandel und die wirtschaftliche Erholung des Landes. „Wir haben die Chance, die Verzweiflung zu besiegen, eine Nation des Wohlstands und Ziele aufzubauen. Wir können das schaffen“, sagte Biden in seiner Rede. „Es ist die Ehre meines Lebens, dass so viele Amerikaner für meine Vision abgestimmt haben. Und jetzt werden wir diese Vision Realität werden lassen.“

„Ihr habt Hoffnung, Einigkeit, Anstand, Wissenschaft und Wahrheit gewählt“

Biden war im schwarzen Anzug, mit schwarzer Maske und einer hellblauen Krawatte auf die Bühne gejoggt. Er winkte seinen Unterstützern zu, die für ihn hupten und Fahnen schwenkten.

Harris: Neuer Tag für Amerika eingeläutet

Zuvor hatte die designierte Vizepräsidentin Kamala Harris Bidens Auftritt mit einer eigenen Rede eingeleitet. Sie sagte, die amerikanischen Wähler hätten eine Wende in den Vereinigten Staaten eingeleitet. „Als unsere Demokratie selbst auf dem Wahlzettel stand, die Seele Amerikas auf dem Spiel stand und die Welt zuschaute, habt ihr einen neuen Tag für Amerika eingeläutet“, sagte Harris. „Ihr habt Hoffnung, Einigkeit, Anstand, Wissenschaft und Wahrheit gewählt. Ihr habt Joe Biden als nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt.“

Mit Blick auf ihre eigene Wahl zur ersten Vizepräsidentin der USA sagte Harris, sie denke an alle Frauen, die diesen geschichtsträchtigen Moment durch ihr Wirken möglich gemacht hätten.

Trump erkennt Bidens Sieg nicht an

Bidens Erfolg im Schlüsselstaat Pennsylvania besiegelte am Samstag Trumps Abwahl nach einer Amtszeit als Präsident. Biden kam am Ende einer tagelangen Zitterpartie über die Marke von 270 Wahlleuten, die für einen Erfolg erforderlich waren. Trump wiederum erkannte Bidens Sieg nicht an und erklärte: „Die einfache Tatsache ist, dass diese Wahl noch lange nicht vorbei ist.“

Die Vereidigung Bidens ist für den 20. Januar geplant. Die 56-jährige Harris würde die erste Frau und schwarze Amerikanerin im Vizepräsidentenamt.

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