Brutale Tritte vor den Kopf: Ex-Imbiss-Betreiber verurteilt

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Er nahm Drogen, um den Tod seines behinderten Bruders zu vergessen. Der Absturz ließ nicht lange auf sich warten. Jetzt muss ein Ex-Imbissbetreiber aus Gladbeck ins Gefängnis.

Gladbeck/Essen

, 31.07.2020, 18:32 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nach einer grausamen Eifersuchts-Tat ist ein ehemaliger Imbissbetreiber aus Gladbeck zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der 27-Jährige hatte wie von Sinnen auf einen Bekannten eingeschlagen und dabei auch mehrfach vor den Kopf des bereits am Boden liegenden Mannes getreten. Dass er überlebt hat, ist Glück.

Schweres Schädel-Hirn-Trauma

Es waren offenbar die Drogen, die den Angeklagten im Februar 2020 plötzlich ausrasten ließen. Er war bei seinem späteren Opfer zu Besuch, entdeckte dort ein Foto, auf dem sein Kumpel mit seiner Freundin zu sehen war. Das hatte er sich zumindest eingeredet. Danach ging alles ganz schnell. Die Ärzte hatten bei seinem Bekannten später ein schweres Schädel-Hirn-Trauma festgestellt, dazu Platzwunden und Quetschungen.

Knapp zwei Jahre lang hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits einfach in den Tag hineingelebt. Kokain zum Aufputschen, Marihuana zur Beruhigung. Viel mehr hat ihn nach eigenen Angaben nicht mehr interessiert.

„Ich habe vergessen wollen“

Dabei war sein Leben vorher eigentlich in geordneten Bahnen verlaufen. Realschulabschluss, Abendschule, verschiedene Praktika, dann die Selbstständigkeit. Rund sieben Jahre lang hat er einen kleinen Döner-Imbiss geführt. Bis ihn der Tod seines behinderten Bruders aus der Bahn warf. „Ich habe vergessen wollen“, sagte er den Richtern. Manchmal habe er drei Tage lang nicht geschlafen. „Dann war ich ein ganz anderer Mensch.“

Die Drogenprobleme spielten auch im Urteil eine Rolle. Einen Teil der Haftstrafe muss der 27-jährige Gladbecker in einer geschlossenen Therapie-Einrichtung verbringen.