"Buddha goes to Bayreuth" in der großen Tonne

Ruhrtriennale

OBERHAUSEN. Buddhismus und Richard Wagner - dass das zusammenpasst, hat schon Willy Decker in seiner "Tristan und Isolde"-Inszenierung für die diesjährige Ruhrtriennale bewiesen. Jetzt zog das Chorwerk Ruhr nach mit "Buddha goes to Bayreuth" und verwandelte dabei den Oberhausener Gasometer in einen weiten Meditationsraum.

von Von Klaus Stübler

, 02.10.2011, 16:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Rupert Huber und das ChorWerk Ruhr.

Rupert Huber und das ChorWerk Ruhr.

"Buddha"-Komponist Robert Moran bezeichnet sich selbst als "Wagner-Junkie". Der 74-jährige Amerikaner schätzt an Wagner vor allem das buddhistische Element: seinen Plan, eine buddhistische Erlösungsoper zu schreiben und die Langsamkeit des "Parsifal". Für "Buddha goes to Bayreuth" wählte er 64 Akkorde aus dem "Parsifal" aus, die er nach dem Zufallsprinzip des "I Ging" organisierte, auf zwei Streicherensembles und zwei Chöre verteilte und für die Sänger mit den Silben eines buddhistischen Mantras unterlegte.Das hört sich gewaltiger an, als das Ergebnis tatsächlich klingt. Denn was die Zuhörer bei der Uraufführung am Samstagabend in Oberhausen erlebten, war einfach eine 40-minütige Meditationsmusik. Allerdings eine besonders wirkungsvolle, die zudem die akustischen Bedingungen des Gasometers effektvoll einbezog: in rhythmischen Folgen die Echos, in lauten, abgebrochenen Akkorden die enorme Nachhallzeit. 35 Sängerinnen und Sänger des Chorwerk Ruhr und 40 Streicher des Ensemble Resonanz unter der Gesamtleitung von Rupert Huber ließen da nichts zu wünschen übrig.John Cage klang experimenteller

Weitaus experimenteller klangen zuvor die beiden Beiträge des bereits vor 19 Jahren verstorbenen Zen-Buddhisten John Cage. In Auszügen aus seinen "Song Books" wurden zehn Chorwerker zu sprechenden, singenden und Geräusche produzierenden Solisten. Und in "Ryoanji" gestaltete Sopranistin Julia Mihaly eine eindrucksvolle Gesangsszene vor einem vielstimmigen, perkussiven Streicherteppich. 

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