Buhrufe für "Ariadne auf Naxos"

Musiktheater im Revier

GELSENKIRCHEN Im Kleinen Haus des Musiktheaters im Revier feierte "Ariadne auf Naxos" Premiere. Erfreulich: Die Neue Philharmonie Westfalen und das Sängerteam des Hauses ersingen sich den verdienten Beifall des Publikums. Nicht erfreulich: Regie und Bühnenbild werfen Fragen auf, auf die das Publikum mit Buhrufen reagiert.

von Von Heinz-Albert Heindrichs

, 26.10.2009, 16:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
Majken Bjerno als Ariadne im Schwimmbad.

Majken Bjerno als Ariadne im Schwimmbad.

Im Kleinen Haus des Musiktheaters im Revier freut man sich auf die unglaublich einfallsreiche Musik von Strauss, und die Neue Philharmonie Westfalen und das treffliche Sängerteam des Hauses ersingen sich unter der Leitung von Chefdirigent Rasmus Baumann den verdienten Beifall des Publikums. Aber Regie (Micaela Dicu/ Winnie Karnofka) und Bühnenbild (Vera Koch) werfen denn doch Fragen über Fragen auf, und die Buhrufe waren vorauszusehen. Warum spielt das Stück in einem kühl gekachelten Hallenbad? Das Orchester sitzt hinten, in einer Art Kinderbassin, das Publikum quasi im Schwimmbecken selbst, auf dem Laufsteg dazwischen die Akteure. Warum nicht? Vom modernen Regietheater ist man ja doch ganz andere Verfremdungen gewohnt.

Aber die Regie gibt keine Antwort, und so nutzt sich der Überraschungseffekt bald ab. Warum ist die Komödiantentruppe hier eine Rockband (die Naxos Band) und warum muss ihr Gesangsstar eine Parodie auf Madonna erspielen, wo doch die Musik den Figuren der Commedia del arte geradezu auf den Leib geschrieben ist? Was ist Parodie auf der Bühne wert, wenn sie hinter der Aussagekraft der Musik zurückbleibt? Dennoch ist und bleibt die Partie des Komponisten die schönste und kostbarste Hosenrolle und sind die Koloratur-Arien der Zerbinetta die faszinierendsten der bisherigen Opernliteratur.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt