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"Ensemble Herzblut" feierte Premiere mit Boulevard-Theater

ASG-Aula

Im dicht gedrängten Herbstprogramm von Jörg Weirauchs Schauspielgruppen hatte am Samstag eine Produktion mit dem "Ensemble Herzblut" Premiere: "Noch so ein ehrenwertes Haus" heißt das Boulevard-Stück aus der Feder des Prinzipals.

CASTROP-RAUXEL

von Von Martin Schreckenschläger

, 04.11.2012
"Ensemble Herzblut" feierte Premiere mit Boulevard-Theater

Das Boulevard-Stück "Noch so ein ehrenwertes Haus" brachte das "Ensemble Herzblut" von Jörg Weirauch auf die Bühne.

Weirauchs Geheimnis: „Selbst Geschriebenes kann man den persönlichen Stärken der Mitwirkenden besser auf den Leib schneidern, als fertige Stücke.“ Die setzt er dann auch eher in seinen gereiften Ensembles ein, etwa bei der Beckett-Inszenierung vor einem Monat.

Ein Mann unter vielen Frauen

Im Mietshaus herrscht die Eigentümerin Meike (Laura-Elena Pohl), 30 Jahre alt und unbemannt, mit strengem Re-giment. Henriette (Stefanie Schäfer-Lach), putzwütig und neugierig, Model Sissi (Sarah Walper) und Truckerin Mona (Franziska Schulte) bilden ein eingeschworenes Frauenteam. Mit von der Partie ist Oma Käthe, mit Hamburger Platt, etwas tüddelig und hervorragend dargestellt von Jutta Biermann, die das Ensemble als erfahrenere Mimin unterstützte. Bernhard (Dennis Schmidtmann) ist der einzige Mann im Haus, nachdem man Anatol Petropopowski gerade in der Kiste hinausgetragen hat. Einige Leute aus der StageSchool1 durften mit kleinen Nebenrollen unterstützen.

 Aus Zank und Streit entwickelt sich schließlich eine Happy-End-Party im Treppenhaus für die endlich unter die Haube kommende Hausherrin. Neben tollen Szenen begeisterte Biermann mit Saxofon und Akkordeon, etwa mit Schäfer-Lach als Sängerin in der Queen-Bee-Nummer „Homebanking“. Letztere begeisterte mit tänzerischen Einlagen und starkem Spiel. Voller Potential, aber in der Besetzbarkeit auf skurrile Figuren wie hier die lesbische Truckerin festgelegt, die bei Sissi mit von der Ladung abgezweigten Geschenken wie bemalten WC-Sitzen oder russischen Schraubenschlüsseln nicht recht landen kann, steckt Franziska Schulte. Von Publikum und Coach hoch geschätzt, rutschte sie diesmal neben den beiden die Szene dominierenden Frauen ins Abseits.  Manches war noch entwicklungsfähig. Der einen oder anderen darstellerischen Interpretation fehlte es noch an Authentizität und Dynamik. Aber es gibt bereits erste professionelle Berufswege in Musical und Schauspiel, die aus Weirauchs Schule hervorgingen. 

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