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Steht der richtige Pick-up-Fahrer wegen Beleidigung vor Gericht?

Gerichtsverfahren

Ein Pick-up spielt eine wichtige Rolle in einem Gerichtsverfahren, das am Castrop-Rauxeler Amtsgericht läuft. Es geht um Nötigung, Beleidigung und rassistische Äußerungen. Und um die Frage, ob man überhaupt den richtigen Pick-up-Fahrer vor Gericht stehen hat.

CASTROP-RAUXEL

von Von Gabriele Regener

, 04.11.2012
Steht der richtige Pick-up-Fahrer wegen Beleidigung vor Gericht?

Das Landgericht verhängte gegen zwei der drei Täter eine Haftstrafe: drei Jahre und vier Monate beziehungsweise vier Jahre.

Das Auto ist ungewöhnlich, aber dennoch nicht einmalig im Kreis. Deshalb muss sich der Strafrichter erst vom Halter des zweiten Pick-ups ein genaues Bild machen, bevor er ein Urteil fällt. Am Freitag saß der 58-jährige Halter des einen Pick-up auf der Anklagebank. Er soll eine 33-jährige Frau auf dem Altstadtring durch Dauerhupen im Verkehr bedrängt und sie, als er mit seinem Wagen neben ihrem Auto an der Ampel stand, beschimpft und wegen ihrer dunklen Hautfarbe beleidigt haben.

 Etwa zwei Wochen später sah die Anzeigen-Erstatterin den Wagen auf einem Tankstellen-Gelände wieder. Sie wollte den Fahrer zur Rede stellen wegen der Beleidigungen, fühlte sich aber von dem Mann bedroht, der ein Kantholz geschwungen haben soll. Außerdem soll er ein Foto von ihr gemacht haben.  Diese zweite Begegnung bestätigte der Angeklagte, beteuerte aber, es sei die erste gewesen. Die Zeugin habe ihn beschimpft. Ein Kantholz habe er nicht in der Hand gehabt, wohl aber ein Foto-Handy. Nicht, um die aufgebrachte Frau zu fotografieren, sondern ein Grundstück, das ihn interessiere und das sich direkt an die Tankstelle anschlösse.

Er brachte dann auch den zweiten Pick-Up ins Gespräch ein. „Ich bin auf dem Media-Markt-Parkplatz von einem Fremden angesprochen worden, der mich wegen meines Autos zunächst für einen Freund gehalten hatte“, sagte er. Beide Wagen wären nicht nur im Kreis Recklinghausen zugelassen, sondern führten auch noch dieselbe Buchstaben-Kombination. Weil sich die Zeugin scheinbar exakter an das Auto als an den Fahrer, der sie auf dem Altstadtring bedrängte, erinnern konnte, soll nun der andere Fahrzeughalter geladen werden. Vor allem seine Haartracht, die Haarfarbe und die Frage, ob er Schnurrbart und Brille trägt oder getragen hat, sind von Interesse. Denn die 33-Jährige hatte den Fahrer bei der Polizei als weißhaarigen Brillenträger mit Schnurrbart geschildert, der eine rot-weiße Kappe getragen hätte. Doch die Ehefrau des Angeklagten versicherte dem Richter, dass ihr Mann keine solche Kappe besitze und sein mittelbrauner Haarschopf echt und keinesfalls gefärbt sei. Die Hauptverhandlung wird am 13. November fortgesetzt.

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