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Mehrheit stimmte im Ausschuss für die Erhöhung

OGS-Essen ab 1. August in Castrop-Rauxel teurer

Zum 1. August wird das OGS-Essen für Eltern teurer. Das hat die Politik im Fachausschuss so beschlossen – gegen die Stimmen von Linken, Grünen und FWI. Die Verwaltung hat aber noch einen eiligen Prüfauftrag.

Castrop-Rauxel

, 20.04.2018
Mehrheit stimmte im Ausschuss für die Erhöhung

Das Essen in der OGS wird ab 1. August für die Eltern teurer. © picture alliance / dpa

Die Erhöhung der Elternbeiträge für das Essen ihrer Kinder in den Offenen Ganztagsgrundschulen (OGS) und den städtischen Kitas kommt zum 1. August dieses Jahres. Das hat der zuständige Fachausschuss B2 nach intensiver und leidenschaftlicher Diskussion in seiner Sitzung am Donnerstagabend mit den Stimmen von SPD, CDU und FDP mehrheitlich entschieden. Grüne, FWI und die Linke sprachen sich vehement dagegen aus.

Dreistündige Sitzung

Leicht machte es sich der B2 in seiner dreistündigen Sitzung mit dieser Entscheidung nicht. Bis zur nächsten Woche, wenn Hauptausschuss und Stadtrat am Donnerstag tagen, soll die Verwaltung prüfen, ob eine Streckung der Erhöhung auf zwei Jahre möglich ist, um den Eltern entgegenzukommen. Sylvia Schaier, Elternpflegschaftsvorsitzende der Ickerner Marktschule, sagte: „Für viele Eltern ist das ein Problem.“

Pro Jahr bedeute die Steigerung von derzeit 39 auf 60 Euro in der OGS, dass sie bei einem Kind fast 300 Euro mehr berappen müssen, bei zwei Kindern das Doppelte. Um die doch relativ kurzfristige Erhöhung für die Familien planbarer zu machen, warb sie für eine stufenweise Anhebung über zwei Jahre.

Schon seit drei Jahren Thema

„Wir müssen die Verpflegung kostendeckend hinkriegen“, betonte Schuldezernentin Regina Kleff. Über Landesmittel für die OGS dürfe und könne das Essen von der Stadt nicht subventioniert werden. „Wir beschäftigen uns seit drei Jahren mit dem Thema. Eigentlich müssten wir 70 Euro nehmen“, verdeutlichte Abteilungsleiterin Claudia Wimber. Es drehe sich wirklich ausschließlich um das Geld fürs Essen, andere umlegbare Kosten wie Ersatzbeschaffung für Spülmaschinen oder etwa Energiekosten würden nicht einbezogen, sagte Regina Kleff.

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Ausschusschefin Katrin Lasser-Moryson (SPD) sagte: „Wenn wir an dieser Stelle ein Minus haben, kann es unsere Aufgabe als Stadt nicht sein, das mit staatlichem Geld zu füttern.“ Zumal das eine Ungleichbehandlung wäre angesichts der Beiträge in den konfessionellen Kitas, die längst einen höheren Beitrag nähmen, um die Kosten zu decken.

Den Ansatz der FDP, das finanzielle Loch mit einer stufenweisen Erhöhung von 5 Euro auffangen zu wollen, bezeichnete Kleff als nicht durchführbar – auch wegen des enormen Verwaltungsaufwands. Marlies Graeber, schulpolitische Sprecherin der CDU, hatte ausgerechnet, dass die Verpflegung in der OGS 2,60 Euro am Tag koste. „Damit liegen wir gut, und uns allen ist ja wichtig, dass wir hier vernünftige Kost auf den Tisch kriegen.“ Arme Familien, die Transferleistungen beziehen, bekommen die Mehrkosten erstattet – über das Paket Bildungs- und Teilhabe. Darüber würden die Eltern bei der Einschulung auch entsprechend informiert, sagte Gabriele Schulte (SPD).

Verpflegungsgeld seit 15 Jahren nicht erhöht

Die Stadt habe seit der Einführung der OGS vor 15 Jahren und dem erheblichen Mehraufwand in den Kitas das Verpflegungsfeld nicht erhöht, sagte Regina Kleff. Jetzt führe kein Weg daran vorbei.

Für Sylvia Schaier ist der Ansatz, die stufenweise Erhöhung noch mal prüfen zu lassen, positiv. „Wir wollten ein Signal senden und sind gespannt, wie das angekommen ist und weitergeht“, sagte sie.

Das kostet OGS-Essen nebenan: Castrop-Rauxel liegt bei 64 Euro im Monat, Bochum bei 53 Euro, Recklinghausen bei 58, Waltrop bei 70 Euro. Bei einem Jahresvergleich (704 Euro Castrop-Rauxel) liegt Waltrop bei 840 Euro, Herne bei 663 Euro. Castrop-Rauxel ist die einzige Kommune, die im Jahr nur elf OGS-Beiträge berechnet.
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