Chaos trotz Corona: Skigebiete in Österreich wegen Überfüllung geschlossen

Coronavirus

Dichtes Gedränge vor den Skiliften, überfüllte Rodelberge und Verkehrschaos: Der Andrang auf Österreichs Skigebiete sorgt für Chaos. Die Szenen haben in der Corona-Pandemie Konsequenzen.

27.12.2020, 12:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Unter strengen Hygieneauflagen starteten viele Skigebiete in Österreich ab dem 24.12. in die Wintersaison. Doch wegen des chaotischen Andrangs mussten einige Skigebiete wieder schließen.

Unter strengen Hygieneauflagen starteten viele Skigebiete in Österreich ab dem 24.12. in die Wintersaison. Doch wegen des chaotischen Andrangs mussten einige Skigebiete wieder schließen. © picture alliance/dpa/APA

Obwohl Österreich erneut im Lockdown ist, durften viele Skilifte öffnen. Nachdem der Betrieb am Heiligabend und am ersten Feiertag eher ruhig anlief, wurde es ab dem zweiten Feiertag voller in den Skigebieten – zu voll in Zeiten der Corona-Pandemie, in denen Abstandhalten das Gebot der Stunde ist. Ein Video aus Vorarlberg zeigte Gedränge an der Talstation des Sesselliftes Uga Express, gut besuchte Pisten und volle Parkplätze.

Skigebiete in Österreich ziehen die Notbremse und schließen

Am Sonntag machten sich so viele Menschen auf den Weg Richtung Piste, dass landesweit etliche Skigebiete die Notbremse zogen und dichtmachten. Bereits am Vormittag schlossen die Skigebiete am Hauser Kaibling sowie St. Jakob im Walde in der Steiermark wegen Überfüllung, weitere Gäste durften nicht mehr anreisen.

Etliche Autofahrer steckten infolge des großen Andrangs fest: „In Fahrtrichtung Haus beziehungsweise Schladming gibt es derzeit aufgrund des Zustromes in die Schigebiete Stau auf allen Zufahrtsstraßen. Ein Ausweichen ist derzeit nicht möglich, es kommt zu langen Wartezeiten“, schrieb die Polizei Steiermark bei Twitter.

In Kärnten kündigte das Skigebiet Bodental bereits am Samstagabend eine Straßensperre für den gesamten Sonntag an. Der Grund: wildes Parken. Weil massenhaft Autos am Straßenrand teils „kreuz und quer“ abgestellt wurden, kamen Einsatzfahrzeuge teilweise nicht mehr durch, berichtet der Österreichische Rundfunk.

Bilder von Gedränge und langen Schlangen vor den Skiliften gab es auch aus Vorarlberg und Oberösterreich. „Liebe Pistenfans – die Parkplätze sind bereits ausgelastet – bitte den Skitag auf Nachmittag oder einen anderen Tag verschieben!“, appellierten etwa die Betreiber der Hinterstoder-Wurzeralm Bergbahnen auf Facebook.

Semmering: Erst Absperrgitter, jetzt gesperrte Rodelwiesen

In Semmering waren bereits am zweiten Weihnachtsfeiertag 250 Absperrgitter aufgestellt worden, weil der Andrang zu groß war. So sollte erreicht werden, dass nur eine begrenzte Zahl an Menschen in das Gebiet kommt. Doch trotz dieser Maßnahmen, Durchsagen und entsprechender Schilder wurden die Abstandsregeln dort weiterhin nicht immer eingehalten.

„Zeitweise hat sich auf mehr als 1,7 Kilometern auf beiden Seiten Auto an Auto gereiht“, so der Bürgermeister der Gemeinde Semmering, Hermann Doppelreiter (ÖVP), gegenüber Radio Niederösterreich. Daher sperrt die Gemeinde nun die Rodelwiesen, für Sonntag gibt es auch für Skifahrer keine Tickets mehr.

Skigebiet Ischgl bleibt weiterhin geschlossen

An Weihnachten waren viele Skigebiete in Österreich gestartet, allerdings ohne Saalbach-Hinterglemm und Ischgl. In Ischgl, zu Beginn der Pandemie Corona-Hotspot, bleibt das Skigebiet wegen des grenzüberschreitende Charakters zu. Wer auf Skiern in die Schweiz hinüberfahre, müsse den Corona-Regeln zufolge nach der Rückkehr auf die Piste in Österreich in Quarantäne, hieß es.

RND/gei

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