Choreograf Heinz Spoerli mit "Deutschem Tanzpreis 2009" in Essen ausgezeichnet

ESSEN Heinz Spoerli Ein hochgeschätzter "Nachbar" kehrte für einen Abend zurück nach NRW: Auf der Bühne des Essener Aalto-Musiktheaters nahm der weltberühmte Schweizer Choreograf, von 1991 bis 1996 Ballettdirektor der Deutschen Oper am Rhein, im Rahmen einer Gala den "Deutschen Tanzpreis 2009" entgegen.

von Von Marieluise Jeitschko

, 22.03.2009, 14:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Choreograf Heinz Spoerli mit "Deutschem Tanzpreis 2009" in Essen ausgezeichnet

Die Preisträger: Heinz Spoerli (l.) und Marijn Rademaker.

"Mit seinen phantasievollen, farbigen choreografischen Schöpfungen zieht Heinz Spoerli seit Jahrzehnten weltweit immer wieder Publikum und Presse in seinen Bann", heißt es in der Begründung des Vereins zur Förderung der Tanzkunst in Deutschland, die den Preis in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Berufsverband für Tanzpädagogik verleiht. Mit seinem Einsatz für sein Junior Ballett, so die Jury, fördere er den Übergang junger Eleven in das Bühnenleben und durch seine Foundation Heinz Spoerli herausragende Nachwuchstalente.

Kostproben aus dem facettenreichen Repertoire boten Spoerlis "Zürcher Ballett" und die Junioren auf neoklassischem Weltklasseniveau - besonders eindrücklich: Händel-Variationen aus dem "Brahms"-Ballett, der Pas à trois auf die Bariton-Arie aus der Bach-Kantate "Ich habe genug" und ein berückend atmosphärischer Ensemble-Ausschnitt aus dem "Sommernachtstraum" auf Phil Glass' Violinkonzert.Komplexes Gesamttalent

In seinem Dank betonte der 68-Jährige: "Musik und Tanz sind mein Leben. Ich fühle mich geadelt, in der Reihe der bisherigen Preisträger zu sein". Das "Phänomen Spoerli" analysierte in der tiefgründigen Laudatio dessen ehemaliger Startänzer Martin Schläpfer, designierter Ballettchef der Deutschen Oper am Rhein. Spoerli sei ein "komplexes Gesamttalent" aus Ballett-Direktor, Macher von Compagnien, Geschäftsmann und Choreograf. Kein zeitgenössischer Choreograph könne derart treffend Klassiker ins Heute transponieren.

Den Tanzpreis "Zukunft" erhielt der Niederländer Marijn Rademaker, Erster Solist des Stuttgarter Balletts.