Christa Bremers emotionsgeladene Bronze-Plastiken

Neues Atelier in Hörde

Mehrere preisgekrönte Arbeiten und die Erfahrung aus 34 Jahren Bildhauerei bringt Christa Bremer mit in ihr neues Atelier in Hörde. Uns hat sie zu einem Rundgang durch ihren Arbeitsraum eingeladen, zwischen Tieren und Figuren voller Gedanken und Gefühle.

HÖRDE

, 14.07.2015, 10:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Emotionsgeladene Bronze im Atelier von Christa Bremer

Endlich, sagt Christa Bremer, hat sie ein Atelier in Hörde gefunden. Dort, wo sie schon lange hinwollte. Weil dort früher der Stahl brannte und neue Formen annahm. Weil sie Metall liebt. In ihrem Atelier an der Schildstraße 3 formt sie seit sechs Monaten ihre Bronze-Figuren. Wir haben sie besucht.
13.07.2015
/
Dieser Adler hat bereits ein paar Jahre auf dem bronzenen Buckel. Er wacht im Atelier von Christa Bremer vor einem ihrer Leinwände, auf denen sie ihre Figuren entwickelt. Meist sind es reduzierte Mensch- oder Tierkörper, oft mit gelängten, gewundenen Gliedmaßen und in einer komplizierten, elegant gedrehten Haltung eingefangen.© Foto: Tilman Abegg
"Ich liebe Tiere", sagt Christa Bremer. Warum, sagt sie nicht. Dieser Stier strotzt jedenfalls vor der Art von Ruhe, in der die Kraft liegt.© Foto: Tilman Abegg
Christa Bremer neben ihrem Raubvogel in ihrem Atelier.© Foto: Tilman Abegg
Eine Regalfläche wie ein Raubtiergehege.© Foto: Tilman Abegg
Der Flötist mit den fast individuell herausgearbeiteten Gesichtszügen ist in Bremers Atelier in der Minderzahl. Die meisten ihrer Figuren...© Foto: Tilman Abegg
...sind auf die Körperteile reduziert, auf die es Bremer bei der jeweiligen Figur ankommt: Hier sind es die Hüften und der weibliche Schoß. Die grüne Farbe ist Autolack, die Figur besteht aus Kunststoff - eine vorübergehende Liaison jenseits der Bronze, die Bremer aber nicht wirklich zufriedengestellt hat.© Foto: Tilman Abegg
Die Figur auf der mittleren Ebene ganz rechts heißt "Erbarmungslos". Sie repräsentiert einen Menschen, der um Hilfe angefleht wird und das Flehen eiskalt ignoriert. Danach, erzählt Christa Bremer, habe sie erstmal eine Mutter mit Kind in inniger Umarmung machen müssen.© Foto: Tilman Abegg
Als Ausgleich, weil diese erste Figur mit dem Titel "Erbarmungslos" sie emotional so mitgenommen habe. Die Hände an den Schultern der Figur symbolisieren die Bitte um Hilfe.© Foto: Tilman Abegg
Eins von Bremers Skizzenblättern. Auf diesem sammelte sie Ideen für eine Figurenserie über Freundschaft.© Foto: Tilman Abegg
Dieses Bild hat Bremer von einer 16-Jährigen erhalten, aus Dankbarkeit, nachdem diese bei der Bildhauerin ein Praktikum gemacht hat. Die junge Frau erzählte Bremer, dass sie seit ihrer Kindheit von einem Familienmitglied immer wieder missbraucht worden sei und nun in einem Heim lebe. In dem Bild erkennt Bremer viel von der zerrütteten Vergangenheit der jungen Frau, zum Beispiel an den dicken schwarzen Konturen der Flügel des Engels.© Foto: Tilman Abegg
"Der kleine Prinz" heißt die rechte Figur, nach dem Roman von Antoine de Saint-Exupéry. In seiner linken Hand hält die Figur die Rose, deren Schönheit man laut Roman nur mit dem Herzen wirklich sehen kann. Ein Gedanke, der Christa Bremer gut gefällt.© Foto: Tilman Abegg
Schlagworte

Die gebürtige Duisburgerin studierte in Dortmund und Wuppertal. Seit 1981 ist sie freischaffende Bildhauerin. Mit ihren Bronzen errang Bremer einige Preise, zum Beispiel den Kunstförder-Sonderpreis der Ingenwerth-Stiftung Essen 2011 und den Preis de Nancy 1999.

Die Bildhauerin kann man im Atelier besuchen: Anruf (Tel. 0172 - 9 32 02 24) genügt.

Schlagworte: