Cornelia Froboess wurde in "Die Anarchistin" gefeiert

Theater

Das Stück ist eine 100-minütige Endlosschleife aus immer gleichen Fragen. Zu Recht feierte das Publikum der Ruhrfestspiele aber die großen Schauspielerinnen Cornelia Froboess und Sibylle Canonica.

RECKLINGHAUSEN

von Von Britta Helmbold

, 10.05.2013, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
<p>Stark: Sibylle Canonica (l.) und Cornelia Froboess. <p></p> Foto Horn</p>

<p>Stark: Sibylle Canonica (l.) und Cornelia Froboess. <p></p> Foto Horn</p>

Termine
Nur noch Samstag, 11.5., um 20 Uhr. Karten: Tel. (02361)92180.

Terroristin Cathy, die seit 35 Jahren im Gefängnis sitzt, bittet um Begnadigung, um ihren sterbenden Vater sprechen zu können. Juristin Ann obliegt es, zu prüfen, ob dem Gesuch statt gegeben werden kann, ob Cathys Hinwendung zum christlichen Glauben echt ist. So kreisen die Fragen um Schuld und Sühne, Gnade und Strafe - trockenes Diskurs-Theaters, das nur durch die wunderbaren Mimen erträglich ist.

Zum letzten Gefecht treffen sich Cornelia Froboess bekehrte Terroristin und Sibylle Canonicas demnächst aus dem Dienst ausscheidende, frustierte Staatsdienerin auf einer fast leeren Bühne (Stefan Heyne), die nur mit einem Bürostuhl und einem Schreibtisch ausgestattet ist. Dort zieht es die schicke Ann im Businesskostüm und auf High Heels zwischen ihren hartnäckigen Nachfragen immer wieder hin, um nervös in Papieren zu wühlen und telefonischen Kontakt zu den Angehörigen der Opfer zu halten.

Erst gegen Ende dürfen die beiden aus ihrer auferlegten Zurückhaltung ausbrechen, bis dahin legen sie nur bedeutungsschwangere Sprechpausen ein. Und das Licht, das Erlösungs-Motiv aufgreifend, sorgt für weitere pathetisch-dramatische Momente in diesem handlungsarmen Stück: Grell leuchtet die Neonröhrenwand auf und lässt die Protagonistinnen für Sekunden zu Schatten erstarren.

Termine
Nur noch Samstag, 11.5., um 20 Uhr. Karten: Tel. (02361)92180.