Corona-Folge: Wirte dürfen Fassbier nicht mehr ausschenken

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Zusätzliche Corona-Sorge in Gaststätten: Das angeschlossene Fassbier darf nach spätestens acht Wochen nicht mehr aus dem Zapfhahn fließen.

von Manfred Lachniet

Essen

, 03.05.2020, 13:05 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wird das Bier in den Fässern der geschlossenen Gaststätten langsam schlecht? Darüber machen sich nach wochenlanger Corona-Zwangspause immer mehr Gastronomen Gedanken.

Nach mehrwöchiger Zwangspause ist das Fassbier passé

Einige Gastronomen an Rhein und Ruhr hatten in den letzten Wochen bereits mit kreativen Ideen versucht, ihr angestochenes Fassbier loszuwerden. Die Essener Kneipe Turock zum Beispiel hatte in der vergangenen Woche angekündigt, das gelagerte Bier gegen eine Spende abzugeben: Dem Aufruf folgten so viele Gerstensaft-Freunde, dass die Stadt die Ansammlung untersagen musste.

Tatsächlich hat Bier nur eine begrenzte Haltbarkeit, wie Marc Oliver Huhnholz als Sprecher des Deutschen Brauerbundes unserer Redaktion sagte. Und besonders für die Gastronomie gelten hier strenge Regeln, da Bier als Lebensmittel gilt.

„Aus bereits angezapften Fässern darf nach mehrwöchiger Pause kein Bier mehr ausgeschenkt werden“, sagt der Brauer-Sprecher. „Und dabei spielt es keine Rolle, ob das Fass zwischenzeitlich von der Schankanlage getrennt wurde oder nicht. Für angebrochenes Fassbier gilt, dass es nach sechs, spätestens acht Wochen nicht mehr ausgeschenkt werden darf.“

Keine Einnahmen - und neues Bier muss her

Genau dieser Zeitpunkt dürfte in diesen Tagen für viele Gaststätten eintreten. Dies trifft die Gastronomen damit doppelt hart. Denn wegen der Corona-Schließungen haben sie derzeit keinerlei Einnahmen aus dem Ausschank; und wenn sie irgendwann wieder öffnen, müssen sie erst einmal in neues und frisches Bier investieren.

Dazu noch einmal der Brauer-Sprecher: „Für eine hoffentlich baldige Wiederinbetriebnahme der Schankanlagen gilt, dass aus diesen nicht ohne Weiteres einfach wieder Bier ausgeschenkt werden darf. Schankanlagen, Gläserspüleinrichtungen sowie das Thekenumfeld müssen zunächst gründlich gereinigt werden.

Für ausgestellte Kühlungen gilt, dass diese mindestens 48 Stunden zuvor vorher angestellt und auch die Trinkwasserleitungen freigespült werden müssen. Zudem muss die gesamte Druckgasversorgung auf Dichtigkeit geprüft werden. Aber dann steht dem Genuss eines frischgezapften Bieres nichts mehr im Wege.“

Dieser Artikel erschien zuerst auf WAZ.de

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