Corona-Impfstoff von Astra Zeneca zeigt Schutz von 70 Prozent – Vakzin wäre leichter zu lagern

Coronavirus

Mit dem Pharmakonzern Astra Zeneca hat ein weiteres Unternehmen positive Daten zu einem Corona-Impfstoff vorgelegt. Der Impfstoff kann einen 70-prozentigen Schutz vor dem Coronavirus bieten.

Cambridge

23.11.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Astra-Zeneca-Impfstoff ist jüngsten Daten zufolge zu 70 Prozent wirksam gegen Covid-19.

Der Astra-Zeneca-Impfstoff ist jüngsten Daten zufolge zu 70 Prozent wirksam gegen Covid-19. © picture alliance/dpa

Im Kampf gegen das Coronavirus setzt die Welt auf einen baldigen Impfstoff. Hoffnung machten zuletzt Impfstoffe von Biontech, Pfizer und Moderna, die einen 95-prozentigen Schutz liefern sollen. Nun stehen auch die Daten eines Impfstoffs zur Verfügung, den Wissenschaftler der Universität Oxford mit dem britisch-schwedischen Pharmakonzern Astra Zeneca entwickelt haben. Wie das Unternehmen berichtet, kann der Impfstoff einen Schutz von bis zu 70 Prozent gegen das Coronavirus bieten.

Bei der Studie in Großbritannien und Brasilien wurden zwei verschiedene Varianten der Impfstoffgabe getestet. Einmal wurde erst eine halbe Dosis und dann eine ganze verabreicht, in der zweiten Phase waren es dann zwei volle Dosen. Bei der letzteren Variante lag die Effektivität demnach bei 62 Prozent, bei der ersten bei über 90. Kombiniert man diese Werte, komme man auf rund 70 Prozent, hieß es von AstraZeneca. Bei jenen, die bei der Studie den Impfstoff erhalten haben, habe es keinen einzigen schweren Krankheitsverlauf nach einer Infektion gegeben.

Man sei sehr zufrieden mit der hohen Erfolgsrate bei der Verabreichung des Impfstoffkandidaten, sagte Chefwissenschaftler Andrew Pollard gegenüber der dpa. „Diese Erkenntnisse zeigen, dass wir einen effektiven Impfstoff haben, der viele Leben retten wird.“

Britische Regierung hat bereits 100 Millionen Dosen bestellt

Im Gegensatz zu den Impfstoffen, die andere Unternehmen bereitstellen wollen, soll der Impfstoff aus Oxford deutlich günstiger und leichter zu lagern sein. Der Impfstoff könnte somit weltweit ausgeliefert werden und trotz der geringeren Wirksamkeit eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung des Virus spielen, so die Wissenschaftler.

Die Forscher in Oxford haben den normalerweise zehn Jahre dauernden Prozess der Entwicklung eines Impfstoffs in etwa zehn Monaten durchgeführt. Die britische Regierung hat bereits 100 Millionen Dosen des Oxford-Impfstoffs vorbestellt – genug, um 50 Millionen Menschen zu immunisieren. Wie auch das deutsche Unternehmen Biontech und sein Partner Pfizer sowie Moderna aus den USA will AstraZeneca rasch eine Notzulassung des Impfstoffs beantragen. 2021 könnten bis zu drei Milliarden Dosen hergestellt werden, teilte AstraZeneca mit. Diese können demnach bei normalen Kühlschranktemperaturen gelagert werden und brauchen keine extreme Kälte.

RND

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