Corona-Quarantäne: Prozess um rätselhafte Hinrichtung verschoben

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Kurzer Prozess: Ein unter Totschlags-Verdacht stehender Angeklagter wurde am Mittwoch in Hagen erst in den Saal geführt – und nach acht Minuten wieder heraus. Es gab einen Corona-Verdacht.

Hagen

, 13.05.2020, 21:32 Uhr / Lesedauer: 1 min

Knapp sechs Monate nach dem rätselhaften Erschießungstod eines Sportschützen in Hagen ist der Prozessauftakt gegen den mutmaßlichen Täter (37) am Mittwoch noch vor der Anklageverlesung abgebrochen worden. Das Gericht gab bekannt, dass der bereits auf seinem Platz neben seinen zwei Verteidigern sitzende Angeklagte zwar ganz aktuell negativ auf eine SARS-CoV-2-Infektion getestet worden sei, dennoch nun erst einmal eine 14-tägige Quarantäne durchlaufen solle.

Wachtmeister begleiteten den mit einer Atemschutzmaske ausgestatteten Angeklagten daraufhin wieder zurück in den Zellentrakt. Wie es vonseiten des Gerichts hieß, soll der Totschlags-Prozess jetzt voraussichtlich am 27. Mai starten.

Fünf Schüsse abgefeuert

Die Anklage gegen den 37-jährigen Hagener skizziert eine erschütternde Bluttat – eine Erschießung, die einer Hinrichtung gleicht. Der Angeklagte, ein Sportschütze und Waffensammler, soll am 1. Dezember 2019 in seiner Hagener Wohnung seinen besten Freund erschossen haben.

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Aus bislang völlig ungeklärter Ursache soll der 37-Jährige zunächst fünf Schüsse mit einer Pistole von vorne auf seinen stehenden Freund abgefeuert haben. Zwei Projektile verfehlten den Mann, die drei weiteren durchschlugen unter anderem Magen, Lunge und Herz.

15 Jahre Haft drohen

Anschließend soll der 37-Jährige auf seinen bäuchlings am Boden liegenden Freund zwei weitere Pistolenschüsse in den Rücken und den Hinterkopf abgefeuert haben. Einige Stunden später soll der Angeklagte dann selbst den Notruf gewählt haben.

Die Anklage lautet auf Totschlag. Im Falle einer Verurteilung drohen bis zu 15 Jahre Haft.

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