Corona-Warn-App: Neue Version soll Probleme beim iPhone beheben

Coronavirus

Nach den Problemen für iPhone-Nutzer mit der Corona-Warn-App ist nun Besserung in Sicht: Entwicklerfirmen haben an einem Update gearbeitet, das die Defizite lösen soll.

Berlin

26.07.2020, 08:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
In den vergangenen Tagen stand die Corona-Warn-App häufiger in der Kritik.

In den vergangenen Tagen stand die Corona-Warn-App häufiger in der Kritik. © picture alliance/dpa

Die Entwickler der deutschen Corona-Warn-App haben eine neue Version der Anwendung veröffentlicht, mit der die technischen Probleme auf dem iPhone von Apple beseitigt werden. Das teilten der Softwarekonzern SAP und die Deutsche Telekom am Samstagabend mit. Auf dem Apple-Betriebssystem iOS hatte die Warn-App zwar wie versprochen ständig anonyme Codes mit anderen Nutzern ausgetauscht, die Warnung vor gefährlichen Begegnungen erfolgte allerdings nicht im Hintergrund, sondern nur wenn die App aktiv geöffnet war.

Ähnliche Probleme tauchten bei bestimmten Android-Smartphones auf. Ursache war ein vom Android-Standard abweichender Energiesparmodus, der bei einigen Geräten die Hintergrundaktualisierung stark eingeschränkt oder sogar deaktiviert haben könnte.

Kritik an der Bundesregierung

Das Apple-Betriebssystem iOS auf dem iPhone führte nach Darstellung der beiden Unternehmen die Hintergrundaktualisierung nicht immer regelmäßig durch. Das Entwicklerteam habe am Samstag einen Weg gefunden, die betriebssystembedingten Einschränkungen zu umgehen, bis Apple das Systemproblem selbst gelöst habe, heißt es in der Mitteilung. Dazu müssen die Anwender ein Update auf die Version 1.1.2. vornehmen.

Für die vollständige Aktivierung des Updates müssten die Anwender dann die App einmal aufrufen. „Dies gilt auch dann, wenn ein Smartphone über längere Zeit ausgeschaltet war.“ Für Android-Anwender steht schon seit einigen Tagen ein Update der Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts bereit.

Nach den technischen Problemen bei der Corona-Warn-App war die Kritik an der Bundesregierung lauter geworden. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte am Samstag Aufklärung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Die App sei ein wichtiger Baustein, um das Coronavirus in Schach zu halten, sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. „Jetzt soll auf immer mehr Smartphones die Kontaktüberprüfung nur lückenhaft funktionieren. Das beunruhigt die über 15 Millionen Nutzer.“

„Die Bundesregierung muss für Transparenz sorgen“

Auch der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Theurer, befürchtet, dass das nötige Vertrauen in die App Schaden nehmen könnte. Er forderte: „Die Bundesregierung muss nach dieser Pannenserie für Transparenz sorgen und gezielt App-Nutzer, Öffentlichkeit und das Parlament umgehend und umfassend informieren.“

Die Corona-Warn-App soll auch dann im Hintergrund weiterlaufen und Daten aktualisieren, wenn sie nicht geöffnet ist. Wenn es eine Begegnung mit einem Menschen gab, der später positiv auf das Coronavirus getestet wurde, soll das Handy den Besitzer eigentlich aktiv mit einer Benachrichtigung auf das erhöhte Risiko hinweisen.

Technische Probleme lösen

Der FDP-Politiker Theurer plädierte für eine Kommunikationskampagne, um Vertrauen zurückzugewinnen und die Menschen vom Nutzen der App zur Bekämpfung des Virus neu zu überzeugen. Zudem müsse die Regierung dafür sorgen, dass die technischen Probleme schnellstens bei allen Geräten und Betriebssystemen behoben werden. „Schließlich fordere ich die Bundesregierung auf, Lösungen für ältere Smartphones und zur vernetzten Anwendung der App in ganz Europa zu entwickeln“, sagte Theurer der Deutschen Presse-Agentur.

Die Corona-Warn-App soll helfen, Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Außerdem kann sie dazu beitragen, dass Menschen nach einem Coronavirus-Test möglichst schnell ihr Testergebnis digital erhalten und über die App anonym mögliche Kontaktpersonen warnen können, wenn diese auch die App installiert haben. Mittlerweile wurde die App 16,2 Millionen Mal heruntergeladen.

Schlagworte: