Sorge um Hund in Hongkong: Können sich Haustiere mit dem Coronavirus infizieren?

Coronavirus

In China soll sich ein Hund mit dem neuartigen Coronavirus infiziert habe. Tierbesitzer sind deshalb weltweit in Sorge und diskutieren in den Sozialen Medien über den Fall.

Hongkong

04.03.2020, 10:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Haustierbesitzer sorgen sich nach einem Coronavirus-Verdachtsfall bei einem Hund in Hongkong um ihre Vierbeiner.

Haustierbesitzer sorgen sich nach einem Coronavirus-Verdachtsfall bei einem Hund in Hongkong um ihre Vierbeiner. © picture alliance/dpa

Die Nachricht versetzte so manchen Haustierbesitzer in Panik: Ein Hund in Hongkong soll sich mit dem Coronavirus infiziert haben und ist nun unter Quarantäne. Proben aus dem Mund und aus der Nase des Hundes seien „schwach positiv“ auf das neue Coronavirus getestet worden. Das heißt allerdings nichts, sagen Experten.

Denn: nachgewiesen sind die Viren nur im Schnauzenbereich des Hundes - nicht aber im Blut. Möglicherweise hat der Hund also nur seine Besitzerin abgeschleckt und hatte die Viren deswegen im Maul. Eine Infektion hingegen konnte noch nicht nachgewiesen werden.

Der Molekularvirologe Jonathan Ball erklärte gegenüber der britischen „The Sun“: „Die Tatsache, dass das Ergebnis des Tests sehr schwach positiv war, weist darauf, dass lediglich Coronavirus-Spuren aus der Umwelt oder aus dem Kontakt mit infizierten Menschen in der Probe des Hundes gelandet sind.“ Er hält die Übertragung des Coronavirus COVID-19 vom Menschen aufs Haustier und umgekehrt also weiterhin für unwahrscheinlich.

Fall aus Hongkong wird „sehr zurückhaltend“ betrachtet

So auch Albert Osterhaus, Virologe an der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Er betrachte den Fall „sehr zurückhaltend“. Man könne es nicht ausschließen, aber es sei nicht wahrscheinlich, sagte er über die Ansteckung von Menschen bei Tieren oder Tieren bei Menschen.

Auch das Bundesamt für Veterinärwesen in der Schweiz äußerte sich: „Es gibt keinerlei Anzeichen, dass das Virus bei Hunden oder Katzen auftritt. Im gleichen Zug gibt es keine Hinweise, dass das Virus von diesen Heimtieren auf den Menschen übertragen werden könnte.“

Die WHO äußerte sich ähnlich: „Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keinen Anhaltspunkt, dass Haustiere wie Hunde oder Katzen mit dem neuen Coronavirus infiziert werden können“, schrieb die Weltgesundheitsorganisation in einer Infografik bei Instagram.

Hund wird unter Quarantäne beobachtet und untersucht

Nichtsdestotrotz sei es immer eine gute Idee, die Hände nach dem Kontakt mit Haustieren mit Wasser und Seife zu waschen, um sich beispielsweise auch vor Salmonellen oder E.-Coli-Bakterien zu schützen.

In Hongkong laufen nun weitere Tests, ob sich der Hund wirklich infiziert hat. Nach Berichten des Hongkonger Nachrichtenportals „Dim Sum Daily“ ist er von Mitarbeitern des Ministeriums in der Wohnung der 60-Jährigen infizierten Besitzerin abgeholt worden. Nun werde der Vierbeiner unter Quarantäne beobachtet und untersucht.

Aktuell habe das Hongkonger Landwirtschaftsministerium (AFCD) aber keine Belege dafür, dass sich Haustiere mit dem Virus infizieren oder es auf Menschen übertragen können, heißt es in einem Statement des AFCD außerdem.

RND