Das Bochumer Mandala ist zerstört

Ruhrtriennale

BOCHUM. Ein religiöses Ritual, ein bewegender, persönlicher Abschied und exotisch wie ein Besuch im Zoo – all das war die Zerstörung des Sandmandalas zum Abschluss der Ruhrtriennale am Sonntagabend.

von Von Max Florian Kühlem

, 09.10.2011, 21:24 Uhr / Lesedauer: 1 min
Nach fast zwei Wochen intensiver Arbeit fegten die Mönche das Mandala wieder zusammen - ein Symbol der Vergänglichkeit.

Nach fast zwei Wochen intensiver Arbeit fegten die Mönche das Mandala wieder zusammen - ein Symbol der Vergänglichkeit.

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Mandala in Bochum

So wächst das größte Sandmandala Europas in der Bochumer Jahrhunderthalle.
11.10.2011
/
Letzter Tag: Das Mandala vor der Zerstörung.© Foto: Leclaire
Tag 1: Vier Mönche aus Bhutan streuen das Mandala.© Foto: Paul Leclaire
Tag 1: Die Mönche aus Bhutan in der Bochumer Jahrhunderthalle.© Foto: Paul Leclaire
Tag 1: Die Mönche messen das Mandala ein.© Foto: Paul Leclaire
Tag 1: Konzentration auf den Beginn der Streuung.© Foto: Paul Leclaire
Tag 1: Vorbereitung zum Streuen des Mandalas.© Foto: Paul Leclaire
Tag 1: Ruhrtriennale-Intendant Willy Decker (rechts) im Gespräch mit den Mönchen.© Foto: Paul Leclaire
Tag 1: Sechs Mönche sind vor Ort, vier streuen das Mandala.© Foto: Paul Leclaire
Tag 3: Das Zentrum des Motivs nimmt langsam Gestalt an.© Foto: Paul Leclaire
Tag 3: Die Mönche arbeiten tief gebeugt in allergrößter Konzentration.© Foto: Paul Leclaire
Tag 3: Die Naturfarben leuchten wunderschön.© Foto: Paul Leclaire
Tag 3: Durch langjährige Übung beherrschen die Mönche die feine Streuung des Sandes "aus der Hand".© Foto: Paul Leclaire
Tag 4: Die Arbeiten gehen zügig voran.© Foto: Jäger
Tag 4: Die Mönche werkeln stundenlang, unterbrochen nur von kurzen Pausen.© Foto: Jäger
Tag 4: Die Ornamente sind völlig exakt, obwohl die Männer völlig ohne Hilfsmittel arbeiten.© Foto: Jäger
Tag 4: Der blaue Buchstabe in der Mitte symbolisiert Chakrasamvara, die Gottheit des Rades der höchsten Glückseligkeit. Der kleine rote Buchstabe steht für seine Gefährtin Vajrayogini.© Foto: Leclaire
Tag 4: Dunkle Linien lassen die Ornamente plastisch erscheinen.© Foto: Leclaire
Tag 4: Noch einmal eine schöne Gesamtaufnahme des bislang fertiggestellten Bildzentrums. Auch der Fotograf Paul Leclaire, der im Auftrag der Ruhrtriennale die Arbeit dokumentiert, zeigt sich "völlig fasziniert" von der Entstehung des Mandalas.© Foto: Leclaire
Tag 5: Das Streuen erfordert Fingerspitzengefühl.© Foto: Leclaire
Tag 5: Das Mandala konnte am Samstag zum ersten Mal besichtigt werden.© Foto: Leclaire
Tag 5: Die Mönche ließen sich von Zuschauern nicht in ihrer Konzentration stören.© Foto: Leclaire
Tag 10: Das Mandala ist jetzt riesig. Am Rand entstehen nun auch Tiermotive und viele Ornamente.© Foto: Jäger
Tag 10: Zahlreiche Pressevertreter bewunderten am 6. Oktober das religiöse Kunstwerk.© Foto: Jäger
Tag 10: Die jungen Mönche haben trotz der vielen Zuschauer die Ruhe weg.© Foto: Jäger
Tag 11: Die Gestaltung des Mandalas neigt sich dem Ende entgegen. Die Mönche fürchten jeden Windhauch, der das Kunstwerk zerstören könnte.© Foto: Leclaire
Tag 11: Interessante Tiergestalten und bedrohliche gefleckte Drachen bevölkern jetzt den Rand. © Foto: Leclaire
Tag 11: Wir Europäer finden es traurig, dass etwas so Kunstvolles am Sonntag, 9. Oktober, zerstört wird. Doch Buddhisten sehen ein Mandala als Symbol der Vergänglichkeit. © Foto: Leclaire
In einem Ritual bereiteten sich die sechs Gäste aus Bhutan auf die Zerstörung des Meditationsbildes vor.© Foto: Kühlem
Wunderschön bunt war das Sandbild kurz vor der Zerstörung.© Foto: Kühlem
Dann ging es mit Handfegern zur Sache.© Foto: Kühlem
In einer feierlichen Prozession wurde der Sand zum Schluss dem Wasser übergeben. Die Menschen zogen zu den Teichen hinter der Jahrhunderthalle. Einen Teil des Sandes brachten die Mönche noch zur Emscher - zur Heilung eines "misshandelten" Flusses.© Foto: Kühlem
Letzter Tag: Das Mandala vor der Zerstörung.© Leclaire
Letzter Tag: Beginn der Zerstörung des Mandalas.© Foto: Leclaire
Letzter Tag: Mit dem handfeger fegten die Mönche den Sand zusammen.© Leclaire
Die Mitte des Mandalas wurde zum Schluss zusammengefegt.© Foto: Leclaire
Viele Zuschauer verfolgten die Zerstörungszeremonie am Sonntag in der Bochumer Jahrhunderthalle.© Foto: Leclaire
Symbol der Vergänglichkeit: Am letzten Tag der Ruhrtriennale, 9. Oktober, wurde das riesige Mandala in der Bochumer Jahrhunderthalle zerstört. In unserer Fotostrecke sehen Sie Werden und Vergehen dieses einmaligen Kunstwerkes.© Foto: Kühlem

Atemlos folgte das Publikum, das in großer Zahl und bunter, wetterfester Kleidung angereist war, der Zeremonie zwischen westlicher Moderne und östlicher Tradition: Dem 16-stimmigen „Lux aeterna“ von György Ligeti, das ChorWerk Ruhr konzentriert und in größter Perfektion durch die Halle schickte. Dem unverständlichen Gemurmel der Mönche, ihrem Spiel auf Trommeln und fremdartigen Blasinstrumenten. Der rituellen Zerstörung des wochenlang angelegten, komplexen Sandbildes, deren innewohnende Struktur wohl nur ein praktizierender Buddhist erahnen kann.

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So wächst das größte Sandmandala Europas in der Bochumer Jahrhunderthalle.
11.10.2011
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Letzter Tag: Das Mandala vor der Zerstörung.© Foto: Leclaire
Tag 1: Vier Mönche aus Bhutan streuen das Mandala.© Foto: Paul Leclaire
Tag 1: Die Mönche aus Bhutan in der Bochumer Jahrhunderthalle.© Foto: Paul Leclaire
Tag 1: Die Mönche messen das Mandala ein.© Foto: Paul Leclaire
Tag 1: Konzentration auf den Beginn der Streuung.© Foto: Paul Leclaire
Tag 1: Vorbereitung zum Streuen des Mandalas.© Foto: Paul Leclaire
Tag 1: Ruhrtriennale-Intendant Willy Decker (rechts) im Gespräch mit den Mönchen.© Foto: Paul Leclaire
Tag 1: Sechs Mönche sind vor Ort, vier streuen das Mandala.© Foto: Paul Leclaire
Tag 3: Das Zentrum des Motivs nimmt langsam Gestalt an.© Foto: Paul Leclaire
Tag 3: Die Mönche arbeiten tief gebeugt in allergrößter Konzentration.© Foto: Paul Leclaire
Tag 3: Die Naturfarben leuchten wunderschön.© Foto: Paul Leclaire
Tag 3: Durch langjährige Übung beherrschen die Mönche die feine Streuung des Sandes "aus der Hand".© Foto: Paul Leclaire
Tag 4: Die Arbeiten gehen zügig voran.© Foto: Jäger
Tag 4: Die Mönche werkeln stundenlang, unterbrochen nur von kurzen Pausen.© Foto: Jäger
Tag 4: Die Ornamente sind völlig exakt, obwohl die Männer völlig ohne Hilfsmittel arbeiten.© Foto: Jäger
Tag 4: Der blaue Buchstabe in der Mitte symbolisiert Chakrasamvara, die Gottheit des Rades der höchsten Glückseligkeit. Der kleine rote Buchstabe steht für seine Gefährtin Vajrayogini.© Foto: Leclaire
Tag 4: Dunkle Linien lassen die Ornamente plastisch erscheinen.© Foto: Leclaire
Tag 4: Noch einmal eine schöne Gesamtaufnahme des bislang fertiggestellten Bildzentrums. Auch der Fotograf Paul Leclaire, der im Auftrag der Ruhrtriennale die Arbeit dokumentiert, zeigt sich "völlig fasziniert" von der Entstehung des Mandalas.© Foto: Leclaire
Tag 5: Das Streuen erfordert Fingerspitzengefühl.© Foto: Leclaire
Tag 5: Das Mandala konnte am Samstag zum ersten Mal besichtigt werden.© Foto: Leclaire
Tag 5: Die Mönche ließen sich von Zuschauern nicht in ihrer Konzentration stören.© Foto: Leclaire
Tag 10: Das Mandala ist jetzt riesig. Am Rand entstehen nun auch Tiermotive und viele Ornamente.© Foto: Jäger
Tag 10: Zahlreiche Pressevertreter bewunderten am 6. Oktober das religiöse Kunstwerk.© Foto: Jäger
Tag 10: Die jungen Mönche haben trotz der vielen Zuschauer die Ruhe weg.© Foto: Jäger
Tag 11: Die Gestaltung des Mandalas neigt sich dem Ende entgegen. Die Mönche fürchten jeden Windhauch, der das Kunstwerk zerstören könnte.© Foto: Leclaire
Tag 11: Interessante Tiergestalten und bedrohliche gefleckte Drachen bevölkern jetzt den Rand. © Foto: Leclaire
Tag 11: Wir Europäer finden es traurig, dass etwas so Kunstvolles am Sonntag, 9. Oktober, zerstört wird. Doch Buddhisten sehen ein Mandala als Symbol der Vergänglichkeit. © Foto: Leclaire
In einem Ritual bereiteten sich die sechs Gäste aus Bhutan auf die Zerstörung des Meditationsbildes vor.© Foto: Kühlem
Wunderschön bunt war das Sandbild kurz vor der Zerstörung.© Foto: Kühlem
Dann ging es mit Handfegern zur Sache.© Foto: Kühlem
In einer feierlichen Prozession wurde der Sand zum Schluss dem Wasser übergeben. Die Menschen zogen zu den Teichen hinter der Jahrhunderthalle. Einen Teil des Sandes brachten die Mönche noch zur Emscher - zur Heilung eines "misshandelten" Flusses.© Foto: Kühlem
Letzter Tag: Das Mandala vor der Zerstörung.© Leclaire
Letzter Tag: Beginn der Zerstörung des Mandalas.© Foto: Leclaire
Letzter Tag: Mit dem handfeger fegten die Mönche den Sand zusammen.© Leclaire
Die Mitte des Mandalas wurde zum Schluss zusammengefegt.© Foto: Leclaire
Viele Zuschauer verfolgten die Zerstörungszeremonie am Sonntag in der Bochumer Jahrhunderthalle.© Foto: Leclaire
Symbol der Vergänglichkeit: Am letzten Tag der Ruhrtriennale, 9. Oktober, wurde das riesige Mandala in der Bochumer Jahrhunderthalle zerstört. In unserer Fotostrecke sehen Sie Werden und Vergehen dieses einmaligen Kunstwerkes.© Foto: Kühlem

Wie in einer letzten Inszenierung der diesjährigen Ruhrtriennale fegten die Mönche die Industriehalle leer und nahmen in der Folge auch das Publikum mit nach draußen, den heiligen Sand dem Wasser zu übergeben. Jetzt ist Platz für den neuen Intendanten Heiner Goebbels.

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