Das Dortmunder U bleibt stumm

Signalhorn-Idee auf Eis

Warn- und Signalhörner auf dem U-Turm - diese Idee des Dortmunder Filmemachers Adolf Winkelmann sorgte im Sommer 2014 für Schlagzeilen. Winkelmann wollte die Innenstadt regelmäßig mit Horn-Kompositionen beschallen. Doch aus diesen Plänen wird erst mal nichts. Dafür tut sich etwas an einem anderen Aushängeschild des Turms.

DORTMUND

, 03.03.2015, 17:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die "Fliegenden Bilder" könnten bald akustische Unterstützung kriegen. Der Künstler Christof Schläger plant, eine Orgel aus Nebelhörnern am U-Turm zu installieren, die kilometerweit zu hören wäre.

Die "Fliegenden Bilder" könnten bald akustische Unterstützung kriegen. Der Künstler Christof Schläger plant, eine Orgel aus Nebelhörnern am U-Turm zu installieren, die kilometerweit zu hören wäre.

Winkelmann hatte zusammen mit dem Herner Klangkünstler Christof Schläger die Idee entwickelt, die "Fliegenden Bilder" am U-Turm mit einer Klang-Installation zu untermalen.  Angedacht war,  eine Art Orgel aus Warn- und Signalhörnern auf dem Dortmunder Wahrzeichen zu installieren, die einmal täglich  komplexe musikalische  Kompositionen abspielen sollten. Ihre Klänge, die fast die Lautstärke eines Düsenjets erreichen würden, wären in der ganzen Innenstadt zu hören gewesen.

So ähnlich hätte sich das angehört:

Doch diese Idee liegt nun auf Eis, wie Winkelmann in einem Gespräch mit Radio 91.2 sagte: "Ich finde es nach wie vor eine schöne Idee, im Moment gibt es aber niemanden, der mich dabei unterstützt." Die Geschäftsführerin der Winkelmann Film-Produktion GmbH, Christiane Schaefer, sagte im Gespräch mit unserer Redaktion, dass Winkelmann momentan außerdem mit anderen Projekten beschäftigt sei. So plant der Filmemacher einen neuen Ruhrgebiets-Film mit dem Titel "Junges Licht".

Ganz Abschied nehmen möchte Winkelmann aber noch nicht vom "tutenden U". Im Radio-Interview wirbt er weiter für seine Idee und versucht, die Vorbehalte der Anwohner zu mindern: "In Wahrheit haben wir natürlich gar nichts mit Krach vor, wir wollen Musik machen."

"Fliegende Bilder" werden repariert

Währenddessen wird ein Hingucker des U-Turms wieder aufgehübscht: Seit vergangener Woche läuft die Reparatur der "Fliegenden Bilder", der spektakulären Film-Installationen direkt unterhalb des goldenen U - im laufenden Betrieb. Vom ursprünglichen Plan, dafür die LED-Wand für zwei bis vier Wochen komplett auszuschalten, ist man abgewichen: "Wir wollten den Dortmundern keinen dunklen U-Turm zumuten", so Christiane Schaefer.

Die LED-Lamellen mit defekten Lichtpunkten bleiben nur während ihrer eigentlichen Reparatur ausgeschaltet. Wie lange die Wartungsarbeiten dauern werden, war am Dienstagnachmittag nicht herauszufinden.

Neue Film-Installation in Planung

Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Arbeiten bis Ende Mai abgeschlossen sein werden. Dann feiern die "Fliegenden Bilder" ihren fünften Geburtstag. Und zu der Feier des Geburtstags arbeitet Winkelmann bereits an einem neuen Bild.

Zuletzt überraschte der Filmemacher für eine Solidaritätsaktion mit einem neuen fliegenden Bild: Anfang Januar sandte der U-Turm die Botschaft "Je suis Charlie" in die Welt - als Zeichen der Unterstützung für die angegriffene Redaktion der französischen Satire-Zeitung "Charlie Hebdo".