Das gibt´s in keinem Russenfilmals DDR-Dissident

Thomas Brussig

Schriftsteller Thomas Brussig kramt in seiner "Kommode der Erinnerungen": Der Autor hat sich mit dem Roman "Das gibt´s in keinem Russenfilm" seine eigene fiktive Biografie geschrieben.

22.02.2015, 14:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
Thomas Brussigdpa

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Obwohl er um die Tücken des kontrafaktischen Erzählens weiß, wie mehrmals im Roman erwähnt, wählt er diesen Weg: Bei ihm gibt es weder den Mauerfall, die DDR existiert weiter und der Schriftsteller beschreibt sich als Dissident und erfolgreichen Autor. Fast alle finden seine Bücher toll, es ist ziemlich viel des Eigenlobes, seine Kollegen sieht er wesentlich kritischer.

Sonderlich spannend ist das nicht, da hilft auch das Nennen bekannter Namen aus den Kultur-, Politik- und Journalistenmilieus nicht. Als er mal Schwierigkeiten mit der Obrigkeit hat, wählt er sich natürlich Gregor Gysi zum Anwalt.

Amüsanter ist der Teil über Kindheit und Jugend, als die DDR eben noch in der Realität existierte.

Ein Versprechen

Als fiktiver Autor legt er ein Versprechen ab: Solange es nicht alle können, will auch er keine Reise in den Westen unternehmen und Milan Kunderas "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" lesen. Auch auf ein Telefon will er verzichten, solange nicht jeder DDR-Bürger eins hat.

Und so ersinnt er sich Episoden in seiner fiktiven DDR, setzt zahlreiche Kinder in die Welt... - schlägt sich als Dissident erst mit Freundin, später mit Frau durch den DDR-Alltag.

 

Thomas Brussig: Das gibt´s in keinem Russenfilm, 320 S., S. Fischer, 19,99 Euro, ISBN 978-3-10-002298-1.

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