Das Treffen der Besten der Besten

DORTMUND Ein Wochenende der "Besten der Besten" hat die letzte Woche des Klavier-Festivals Ruhr mit noch fünf ausverkauften Konzerten eingeleitet:

von Von Julia Gaß

, 21.07.2008, 18:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
<p>Hisako Kawamura Foto Wohlrab

<p>Hisako Kawamura Foto Wohlrab

Sieben Preisträger der angesehensten internationalen Wettbewerbe spielten fünf Preisträgerkonzerte in Düsseldorf und Dortmund. - Zum Finale im Dortmunder Harenberg-Haus mit Hisako Kawamura eine japanische Pianistin, der nach Preisen beim Géza Anda-, ARD- und Clara Haskil-Wettbewerb sowie dem Concours Reine Elisabeth die Türen in große Säle schon weit offen stehen.Brillante Virtuosität

Wie ein kleiner Motor schnurrten ihre Läufe in Schumanns Abegg-Variationen und der hochvirtuosen Toccata aus Debussys Klaviersuite. Einen brillanten Anschlag hat die 27-Jährige, aber auch viel Klangfantasie. In fünf Sonaten von Scarlatti ließ sie in den zarten Arpeggien das Klavier auch nach Cembalo klingen, der Debussy-Suite gab sie nicht nur Kraft, sondern auch großen Ausdruck. Werke, die barocke Formen in spätromantische Klänge kleiden, ließ Kawamura den Scarlatti-Sonaten folgen. In Präludium, Choral und Fuge von César Franck, drei Sätzen, die Orgelcharakter haben, hätte sie das Barocke noch deutlicher herausstellen können.Resolute Pianistin

Eine resolute Pianistin mit viel Kraft, und zugleich eine Poetin mit viel Reife und Ausdruck ist die Hannoveraner Studentin. In Schumanns Humoreske verband sie Rachmaninoffsche Kraft mit einem Chopin-Ton, rastloses, diabolisches Spiel mit einer wunderbar schlichten, liedhaften Lyrik. Vor allem als glänzende Virtuosin wird man die Japanerin in Erinnerung behalten: Chopins "Minutenwalzer" ließ sie im Geschwindigkeitsrekord als zweite Zugabe auf Debussys "Clair de lune" folgen. - Man wird sie sicher wiederhören.