Der Bund schickt der heimgeholten Luzia Gerding (22) eine Rechnung

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Luzia Gerding (22) aus Haltern reiste im Februar nach Peru. Dann kam Corona und sie steckte fest. Wie rund 250.000 Deutsche im Ausland ebenso. Der Bund half, kostenlos ist das aber nicht.

Haltern

, 20.04.2020, 11:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war der 19. Februar, als die 22-jährige Luzia Gerding aus Haltern nach Arequipa im Süden von Peru aufbrach. Da wollte die junge Frau, die im 5. Semester für das Grundschullehramt mit sonderpädagogischer Förderung in Bielefeld studiert, ein zweimonatiges Praktikum absolvieren.

Doch das Praktikum war schnell vorbei, denn wegen des Coronavirus wurden bereits am 11. März die Schulen in Peru geschlossen. Bald folgten weitere Einschränkungen.

Nur die Botschaft hilft

Luzia Gerding saß nur noch in ihrem Zimmer, konnte in dem fremden Land nichts mehr machen. Und dann wurde auch noch ihr für den 20. April geplanter Rückflug storniert. Sie steckte fest. Rund einer Viertelmillion Deutsche ging es genauso. Im Ausland unterwegs, zumeist als Urlauber, wurden plötzlich die Flüge gestrichen und die Wege zurück nach Hause gekappt. Das sind die Momente, in denen eigentlich nur noch die deutsche Botschaft helfen kann.

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So wie bei Luzia Gerding. Die deutsche Botschaft in Peru half, organisierte einen Rückflug über Chile. Seit Anfang April ist sie wieder zu Hause bei ihrer Familie in Haltern. Bezahlen habe sie zunächst nichts müssen. „Sie haben uns gesagt, dass die Bundesregierung erst in Vorleistung tritt, wir aber eine Rechnung erhalten werden“, berichtet Luzia Gerding.

Klare Regelung von Anfang an

„Schon in den Mails, die wir ausgetauscht haben, stand, dass wir den Flugpreis in Höhe eines normalen Economy-Preises bezahlen müssten“, berichtet Luzia Gerding. Ein übliches Vorgehen, bestätigte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin dieses Vorgehen gegenüber unserer Redaktion. Der Bund helfe unbürokratisch und trete in Vorleistung, Betroffene müssten sich aber im Nachgang an den Kosten für den Rückflug beteiligen. Wie hoch diese Kosten seien, richte sich nach dem jeweiligen Flug, heißt es aus dem Auswärtigen Amt.

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Für die Rückholaktion stünden bisher rund 100 Millionen Euro bereit, wobei man nicht davon ausgehe, dass die gesamte Summe benötigt werden. „Wir helfen erst und rechnen dann. Das ist der Notlage geschuldet“, zitiert die Pressestelle des Auswärtigen Amtes Außenminister Heiko Maas, weist aber zugleich darauf hin, dass angefallene Hotelkosten grundsätzlich von den gestrandeten Reisenden zu tragen seien.

Ein Gutschein für Luzia Gerding

Luzia Gerding jedenfalls findet dieses Vorgehen völlig in Ordnung. Das Geld für ihren eigentlich geplanten Rückflug habe sie zwar nicht zurückerhalten, aber einen Gutschein über den Preis: „Der ist bis März 2021 gültig. Ich hoffe, dass man bis dahin wieder fliegen kann“, sagt sie, die am 20. April ihr Studium fortsetzt – allerdings zunächst nur online.

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