Der Große Fall

Peter Handke

"Wie, die Geschichte eines Schauspielers, an einem einzigen Tag, vom Morgen bis tief in die Nacht? Und eines Schauspielers nicht bei seinem Tun, sondern beim Müßiggehen?" fragt Peter Handke in seinem neuen Werk.

von Von Britta Helmbold

, 31.03.2011, 13:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Große Fall

Denn auch sein wandelnder Protagonist, den er als "Mein Schauspieler" bezeichnet, soll am nächsten Tag in einem Film einen Amokläufer spielen. Zuvor soll er am Abend dieses langen Tages ausgezeichnet werden, doch dazu kommt es nicht, sondern der im Titel erwähnte "Große Fall" tritt ein. Schon beim Frühstück im fremden Haus liest er eine Geschichte über einen Amokläufer, ausgelöst durch das Entgleiten eines glitschigen Zitronenkerns beim Versuch des Aufhebens.

Später in der Metro "stinkt" es nach Gewalt. Zuvor hat der Schauspieler zahlreiche Begegnungen: heiter die Stimmung beim Essen mit einem Priester in der Sakristei, unschöner das Zusammentreffen auf einem verwilderten Gleisfeld mit zwei Polizisten, die den Mimen erst für einen Attentäter, dann für einen Selbstmörder halten. Aufzählungen, Wiederholungen, knappe Sätze ("Er hörte. Der Regen, der Regen. Nicht nachlassen, Regen! Nicht abbrechen, Rauschen! Ja, Hören, das war es.") und Wortschöpfungen - wie der Himmel "blaute" oder "Regenmusik" - lassen den Leser sich am typischen Handke-Sound erfreuen und seinem Müßiggänger gerne folgen.

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