Der Herr der Hitlisten

Harenberg-Verlag zählt Bestseller

DORTMUND. Jeder Leser kennt sie aus seiner Buchhandlung. Jeder Autor träumt von einem ersten Platz: Die Spiegel-Bestseller-Listen dokumentieren den Verkaufserfolg eines Buches. Doch kaum jemand weiß, dass die Listen jede Woche im Dortmunder Harenberg-Haus erstellt werden.

von Von Bettina Jäger

, 19.08.2011, 19:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Christoph Ostermann erstellt jede Woche die Spiegel-Bestseller-Liste.

Christoph Ostermann erstellt jede Woche die Spiegel-Bestseller-Liste.

Doch wie kommen die Listen zustande? Die Scanner-Kassen im Buchhandel speichern die ISBN-Nummer jedes verkauften Titels, einmal pro Woche laufen die Zahlen auf dem Spiegel-Computer in Hamburg ein. Allerdings nur aus 500 deutschen Buchhandlungen, die repräsentativ ausgewählt worden sind. Welche mitmachen, hütet Ostermann wie ein Staatsgeheimnis, damit niemand die Listen durch fingierte Käufe austricksen kann.Was macht ein Buch zum Bestseller?

Doch wie kommen die Listen zustande? Die Scanner-Kassen im Buchhandel speichern die ISBN-Nummer jedes verkauften Titels, einmal pro Woche laufen die Zahlen auf dem Spiegel-Computer in Hamburg ein. Allerdings nur aus 500 deutschen Buchhandlungen, die repräsentativ ausgewählt worden sind. Welche mitmachen, hütet Ostermann wie ein Staatsgeheimnis, damit niemand die Listen durch fingierte Käufe austricksen kann.Was macht ein Buch zum Bestseller?

Mit den unbestechlichen Daten stellt Ostermann nicht nur wöchentlich Rangfolgen der Belletristik- und Sachbuchtitel im Hardcover- und Taschenbuch-Bereich zusammen. Er macht auch monatlich Kinder- und Jugendbuchlisten, eine Hörbuch- und DVD-Hitliste sowie eine Rangfolge der Wirtschaftsbücher. Wer könnte also besser verraten, was ein Buch zum Bestseller macht? "Wenn ich das wüsste, wäre ich reich", lacht er.TV-Präsenz kann entscheidend sein

Fernseh-Präsenz sei allerdings wichtig. Früher hätte das "Literarische Quartett" den Verkauf angekurbelt. Ostermann: "Hauptsache, Reich-Ranicki hat das Buch erwähnt." Danach war Elke Heidenreich ein Bestseller-Garant. Doch im Moment gibt es keine Literatursendung dieser Kragenweite. "Dabei wäre das für das Medium Buch wünschenswert", so Ostermann.Harry Potter hat die Liste verändert

Doch auch wenn die Listen seit 50 Jahren in der typischen Spiegel-Farbe (nennen wir sie mal Quietsch-Orange) erscheinen, so unterliegen sie doch Veränderungen. Der Handel diskutiert heiß, ob "Flexcover", also preiswertere Bücher mit Papp-Einband, eigentlich auf die Liste der gebundenen Bücher gehören. Da protestieren auch schon mal Verlage - bis sie dann selbst mit einem Flexcover-Buch auf die Liste wollen. Und auch Harry Potter hat die Arbeit verändert. Er hat das Genre der "All-Age-Fantasy"-Bücher auf die Liste gezaubert.

 

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