"Der Streik" ist die blasse Eröffnung einer neuen Ära

Schauspiel Köln

An Selbstbewusstsein mangelt es Stefan Bachmann, dem neuen Intendanten am Schauspiel Köln, allem Anschein nach nicht. Das deutete schon die Entscheidung an, seine Ära mit der berühmten Theater-Farce "Der nackte Wahnsinn" zu eröffnen. Nun hatte am Samstag Bachmanns erste eigene Regiearbeit, eine Bearbeitung von Ayn Rands voluminösem Roman "Der Streik", im Depot 1 Premiere.

KÖLN

von Von Sascha Westphal

, 15.10.2013, 15:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Stefan Bachmann hat als neuer Intendant am Schauspiel Köln seine erste Inszenierung am Rhein gezeigt.

Stefan Bachmann hat als neuer Intendant am Schauspiel Köln seine erste Inszenierung am Rhein gezeigt.

Eine Inszenierung als einziges Ausrufezeichen: Seht her das ist mein Theater!

Die US-Wirtschaft steckt in einer tiefen Krise. Während immer mehr Industrielle und Visionäre spurlos verschwinden, setzen die Mächtigen auf eine Art Staats- und Verteilungssozialismus.  Nur ein paar unerschrockene Kapitalisten leisten noch Widerstand. Aber gegen den großen Plan des rätselhaften, zur urbanen Legende gewordenen John Galt (Guido Lambrecht) sind auch sie machtlos.

Mehr ein Weltentwurf als ein Roman Ayn Rands "Der Streik" ist mehr ein philosophischer Weltentwurf als ein Roman. Dem hat auch Stefan Bachmann nichts entgegenzusetzen. Allerdings versucht er es auch gar nicht. Sein ganzes Ensemble, die Choristen wie die Solisten, muss sich damit begnügen, Sprachrohr zu sein.

Hollywood-Momente Aber dafür schenkt er seinen Schauspielern, die bis auf wenige Ausnahmen extrem blass bleiben, große Bilder. Immer wieder zaubert das Licht Hollywood-Momente in die Halle.Der Hang zu schönen, überwältigenden Bildern macht Bachmann zum Komplizen Ayn Rands. Daran ändern auch die halbherzigen Versuche nichts, die Verehrung großer Männer und Frauen ins Ironische zu ziehen.

Termine: 19. / 20. / 27. 10. im Depot 1; Karten: Tel. (0221) 22 12 84 00.

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