Dickhäuter tapst durch gemütliche Welt

Neu im Kino: „Otto ist ein Nashorn“

Da steht ein Pferd auf dem Flur – ach, nein: ein Nashorn! Und der sommersprossige Schwerenöter Topper ist verantwortlich. Im Wald hat er einen Zauberstift gefunden, damit ein Nashorn an die Wand gemalt, das plötzlich lebendig wurde. Los geht das Abenteuer im Film "Otto ist ein Nashorn“.

27.06.2014, 16:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das freundliche Nashorn liebt Kinder.

Das freundliche Nashorn liebt Kinder.

„Otto ist ein Nashorn“, ein dänischer Animationsfilm nach dem Kinderbuch von Ole Lund Kirkegaard, bietet eine Mischung aus Magie, kindlicher Logik und Puppenspiel-Optik, die sich an kleine und kleinste Zuschauer wendet.Konsequent aus Sicht der Lausbuben Topper und Viggo erzählt, entwickelt die Geschichte (Regie: Kenneth Kainz) einen ungekünstelt naiven Charme, den überpolierte Großprojekte aus Hollywood oft vermissen lassen.

Alles atmet drollige Gemütlichkeit und heile Welt, ein bisschen aus der Zeit gefallen: das Hafenstädtchen mit schiefen Häusern unter blauem Himmel. Kinder, die in den Sommerferien nach Schätzen suchen. Die Alten sind fast alle deppert oder schrullig. Leicht karikierte Gemüts-Typen wie der Polizeichef oder Viggos Papa, der sehr an John Cleese erinnert.

Die (2D-) Animation wirkt erstaunlich plastisch in ihrer Tiefe. Sie steht näher bei der Augsburger Puppenkiste als beim Trickfilm aus dem Hause Disney. Spannung und Erregung fallen gemach aus – das ist Wohlfühl-Kino für die Juniorliga. Sogar als das Nashorn (vom Charakter eine Spur zu blass und eindimensional) durch die Zimmerdecke bricht, bleiben alle gelassen. Na, und? Wer will noch einen Keks? 

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