Die Flügel, mein Engel, zerreiß ich dir

Karine Giebel

Nichts gegen einen guten Cliffhanger am Ende eines Thrillers. Aber hier hat die französische Autorin Karine Giebel wohl doch etwas übertrieben.

15.09.2014, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Flügel, mein Engel, zerreiß ich dir

Dass der psychopathische Frauen-in-den-Wahnsinn-Treiber davonkommt und sich auf den letzten beiden Seiten schon das nächste Opfer ausguckt - Geschmackssache. Immerhin hat "Die Flügel, mein Engel, zerreiß ich dir" 2012 in Frankreich den Prix Polar bekommen. Manchen scheint's also zu gefallen.Schatten-Mann

Aber zurück zum Anfang: Die smarte Cloé, auf dem besten Weg, Direktorin einer großen Werbeagentur zu werden, nach einer gescheiterten Ehe mit einem gewalttätigen Mann frisch verliebt in den charismatischen, aber rätselhaften Bertrand, wird eines Abends zutiefst erschreckt von einem Schatten-Mann, der ihr künftig immer wieder auflauert und sie völlig aus der Fassung bringt. Niemand glaubt ihr. (Selbst-) Zweifel an ihrer Wahrnehmungsfähigkeit verunsichern Cloé.Suizidgefährdeter Polizist Sie überwirft sich mit Freunden, mit Kollegen, sie macht Fehler bei der Arbeit, ihr Lover verlässt sie. Der Einzige, der mit ihr an den Schatten-Mann glaubt, ist ein suizidgefährdeter Polizist, der nach dem Tod seiner geliebten Frau völlig aus dem Tritt geraten ist. Zwischen dem schrägen Kommissar und Cloé, die beide an einer schweren Schuld tragen, tut sich was. Aber Karine Giebel gönnt ihnen keine gemeinsame Zukunft. Die hätte im übrigen auch den Cliffhanger verdorben.

Karine Giebel: Die Flügel, mein Engel, zerreiß ich dir, 480 S., Bloomsbury, 16,99 Euro. ISBN 978-3-827-01244-9.

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