Die große Liebe zur Orgel

KAMEN Ein Museum ist das Haus in Kamen. Ein Museum für Gerard Bunk, den Komponisten und ehemaligen Dortmunder Reinoldikantor von 1925 bis 1958, an dessen 120. Geburtstag (4. 3.) und 50. Todestag (13. 9.) sich die Musikfreunde 2008 erinnern.

von Von Julia Gaß

, 06.01.2008, 19:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die große Liebe zur Orgel

Im Flur steht das Cembalo, für das Bunk 1937 die Variationen op. 80 schrieb. Darüber hängen Fotos - von Bunk an Orgelspieltischen und von Albert Schweitzer, der 1928 in St. Reinoldi ein Orgelkonzert gab. Im Wohnzimmer stehen Bunks blaues Sofa und sein Flügel.

Im Flur steht das Cembalo, für das Bunk 1937 die Variationen op. 80 schrieb. Darüber hängen Fotos - von Bunk an Orgelspieltischen und von Albert Schweitzer, der 1928 in St. Reinoldi ein Orgelkonzert gab. Im Wohnzimmer stehen Bunks blaues Sofa und sein Flügel.

Gisela Boecker (80) lebt in dem Museum mit dem Nachlass ihres Vaters. Ihr Sohn Dr. Jan Gerard Boecker, Geschäftsführer der 2000 in Kamen gegründeten Gerard-Bunk-Gesellschaft, verwaltet ihn. Vorsitzender der Gesellschaft ist Organist Wolfgang Stockmeier.

Spätromantiker

Der in Rotterdam geborene Bunk blieb im Herzen immer Spätromantiker. Das berühmteste der 83 Werke mit Opuszahlen ist die Legende op. 29 - ein Werk im Wagnerton.

Auch die Kinderoper "Gerda" nach Andersens Schneekönigin hat er komponiert, Lieder, Kammermusik und eine Sinfonie. "Die Sinfonie und "Gerda" haben wir auch noch nie gehört", erzählt Jan Boecker.

Regerfest

Es war ein glückliches Aufeinandertreffen 1910, beim ersten deutschen Reger-Fest, als Reger und Bunk an der Reinoldiorgel spielten. "Der Junge kann was", empfahl Reger, und Bunk wurde Lehrer am Konservatorium. Seine geliebte Reinoldi-Orgel lag 1944 in Schutt und Asche, die Wohnung an der Saarlandstraße 87 war ausgebombt. "Seinen Dackel und zwei Aktentaschen mit seinen Kompositionen hat er immer mit in den Bunker genommen. So hat er seine Werke gerettet", erinnert sich Gisela Boecker.

Eiserner Reinoldus

1945 wurde Bunk an der Hammer Straße 200 in Kamen heimisch. Dort starb er am 13. 9. 1958, nur vier Monate nachdem er die neue Reinoldi-Orgel eingeweiht hatte. Witwe Else Bunk zog mit dem Nachlass ins Haus der Tochter. Nach dem Tod der Großmutter hat sich der Enkel durch Kisten mit tausenden Briefen und Postkarten, Notenarchiv, die Musik-Bibliothek, Zeitungskritiken und 3255 Programmhefte gegraben und alles geordnet. Schätze der Sammlung sind Postkarten und Briefe von Reger, Schweitzer, Widor, Elgar und Karg-Elert.

Begraben wurde Gerard Bunk auf dem Dortmunder Hauptfriedhof. Den Stein rahmen Pfeiler, die wie Orgelpfeifen aussehen. Auch die Reinoldus-Plakette, die Bunk zum 70. Geburtstag bekam, als die Stadt ihn mit dem Eisernen Reinoldus ehrte, ist in den Stein eingearbeitet.

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