Die Katzen kommen

"Cats" gastiert ab 10. Dezember in Oberhausen

MANNHEIM / OBERHAUSEN "Fünf, sechs, sieben, acht - fünf, sechs, sieben, acht!" Zwei Dutzend Tänzer folgen den Anweisungen von Chrissie Cartwright. Manche tragen ein Schwänzchen am Po, wenn sie die Hände zu Krallen formen, wird klar, was sie proben: Vor uns tanzt das Ensemble von "Cats".

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 02.08.2011, 11:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Katzen kommen

Die Katzen kommen: Für Webbers Erfolgsmusical wurde ein Zelt gebaut, das im Dezember in Oberhausen steht.

Die Mutter der Musicals, das Stück, das den Boom des Genres in Deutschland einläutete ("Cats" lief ab 1986 15 Jahre in Hamburg) kommt zurück. Gespielt wird es im eigenen Theaterzelt, ganz in Schwarz, darauf das gelbe Augenpaar einer Katze. Momentan steht es in Mannheim, im Dezember kommen die Katzen nach Oberhausen. 1800 Zuschauer fasst das Zelt, dank einer 270 Grad-Rundbühne sitzt man dicht am Geschehen. Beste Sicht auf alle Katzen und den Schrottplatz, der die Bühne dominiert.Frisches Blut Auf dieser Bühne nimmt in Mannheim die englische Choreografin Chrissie Cartwright neue Tänzer unter die Lupe. Frisches Blut tue dem Stück immer gut, sagt sie. Bei den Proben mischt sie alte Hasen, pardon: Katzen, mit den frisch Engagierten. Zwölf Rollen waren ausgeschrieben, 600 Bewerber haben vorgetanzt, 80 schafften es in die Endausscheidung. Jetzt steht das glückliche Dutzend fest. Karen, Birgit, Denise und David sind dabei: "Wow, ich kann es kaum glauben. Ich tanze bei Cats!", freut sich Birgit Breinschmid (26) aus Österreich, die die Wiener Inszenierung als Kind erlebt hat. Peter Weck hatte "Cats" 1983 als Intendant des Theaters an der Wien auf den Kontinent geholt. Dort tanzten die Katzen sieben erfolgreiche Jahre lang.Die Neuen in der Runde nicken: Bei "Cats" zu sein, fühle sich wunderbar an. Für alle ist es nach ihrer Ausbildung das Debüt in einem Ensemble von Weltruf. Bis das Niveau stimmt und die Neuen mit der Truppe harmonieren, heißt es üben, üben, üben.Gesten von Katzen Chrissie Cartwright und ihre Assistentin haben sich auf und neben der Bühne positioniert. Diesen wachen Augen entgeht nichts. "Das war seitenverkehrt", korrigiert Cartwright die Haltung einer Tänzerin. "Sorry, im Ganzen kann ich's aber", sagt die. Man spricht Englisch, die Truppe stammt aus Brasilien, England, Schweiz, Österreich, Deutschland. Gefordert sind Tanzen, Singen (meist gleichzeitig) und eine Körpersprache, die sich an Gesten und Bewegungsabläufen von Katzen orientiert. "Die Londoner Truppe damals musste noch in den Zoo gehen oder Katzenhalter besuchen", erinnert sich Cartwright. "Heute haben wir das Internet, da gibt es Katzen satt." "Bei Katzen-Videos auf YouTube haben wir uns vieles abgeguckt", bestätigt Karen Selig (27). Perfekte Verwandlung Perfekt wird die Verwandlung zur Katze aber erst durch Perücke und Schminke: Maskenbildnerin Maria trägt eine Gesichtshälfte auf, "wir malen die Haare der anderen Seite, bis wir es können", so Karen Selig. Im Tanzen sind die Neuen schon weiter: Ein 14-minütiger Durchlauf des "Jellicle-Ball" zu Klavierbegleitung klappt ohne Patzer. "Okay, danke, kurze Pause!", ruft Chrissie Cartwright. Sie wird die Neuen weiter schleifen, bis sie perfekte Katzen sind.

O berhausen: "Cats", 10.12. bis 22.1., Karten: (0180) 51 52 53 0.