Die sechs überraschendsten Fakten zum neuen "Don Giovanni"

Oper Dortmund

Die "Oper aller Opern" kommt nach Dortmund: Intendant Jens Daniel Herzog hat Mozarts Erfolgsstück "Don Giovanni" inszeniert. Vor der Premiere am 8. März hat Herzog die überraschendsten Fakten zu seiner Inszenierung verraten. Den Tod einer Figur werden zwei Zuschauer hautnah miterleben.

DORTMUND

, 25.02.2015, 13:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Einer der Kniffe von Daniel Herzogs "Don Giovanni" ist ein Steg, der ins Publikum ragt. Auf einem Bühnenmodell zeigt er, wie das aussieht.

Einer der Kniffe von Daniel Herzogs "Don Giovanni" ist ein Steg, der ins Publikum ragt. Auf einem Bühnenmodell zeigt er, wie das aussieht.

1. Dieser "Don Giovanni" ist Herzogs erste Inszenierung des Stücks

Seine Initiation in das Musiktheater, sagt Herzog, sei zwar in erster Linie über Mozart gegangen, doch den "Don Giovanni" habe er noch nicht inszeniert. "Das ist jetzt mein sechster oder siebter Mozart", sagt Herzog - und er fasziniert ihn. "Man nennt das 'Don-Giovanni-Paradoxon': Alle Figuren beziehen sich auf ihn und gehen daran zugrunde. Im Zentrum einer Gesellschaft steht das, was sie sprengt. Da ist das Regie führen wie Forschen."

2. Für das Stück hat er den Orchestergraben zubauen lassen

"Wo eigentlich keine Bühne ist, haben wir eine hergestellt", sagt Herzog. Um näher beim Zuschauer zu sein. Das Orchester spielt von der eigentlichen Bühne, zunächst hinter einem Samtvorhang, später wird es in das Geschehen eingebunden: "Wenn Don Giovanni das große Fest in seinem Schloss gibt, ist das Orchester das Orchester, das auch beim Fest spielt." 

Zugebaut wurde der Orchestergraben mit Aluminiumzargen und Holz, darüber ein Tanzteppich - aufwändig und teuer: "Das hat so viel gekostet wie das Bühnenbild zum Rosenkavalier." Gebaut wurde drei Tage lang von jeweils 7 bis 23 Uhr.

3. Ein riesiger Steg führt bis in die 14. Reihe - und auf dem Steg wird gespielt

Das Gebilde ist etwa zwei Meter breit und führt direkt an den Köpfen der Zuschauer vorbei. Wegen der treppenartigen Anordnung der Sitze ist der Steg abschüssig. Über ihn gehen beispielsweise die Gäste, die Don Giovanni in sein Schloss einlädt, aber auch mal ein Darsteller, der alleine singt.

Weil er - nicht nur auf dem Steg - dem Dirigenten Gabriel Feltz permanent den Rücken zudreht, sind im Saal insgesamt 12 Monitore angebracht, auf denen Feltz zu sehen ist. Vorne am Steg sind die Darsteller 20 Meter vom Dirigenten entfernt - ein Problem: Denn die natürliche akustische Verzögerung beginnt schon bei vier, fünf Metern.

4. Ein Teil des Orchesters spielt vom zweiten Rang

Dort sind die drei Musiker - eine Geige, eine Bratsche und ein Kontrabass - 30 Meter vom Orchester auf der Bühne entfernt. Auch der Chor singt teilweise von oben - und der Komtur: Um dorthin zu kommen, muss Darsteller Christian Sist, weil er keinen Aufzug benutzen darf, durch das Foyer laufen und drei Stockwerke Treppen steigen.

Ein größeres Problem haben werden dabei aber wohl die Musiker - insbesondere der Kontrabassist, der sein Instrument diesen ganzen Weg voraussichtlich tragen muss: "Ja, die Orchesterleute haben viel zu tun", grinst Herzog.

5. Der Komtur stirbt direkt vor den Plätzen 74 und 75

Da die Premiere am 8. März bereits restlos ausverkauft ist, werden sich die Besitzer dieser Erste-Reihe-Karten der unmittelbaren Nähe zum sterbenden Vater Donna Annas nicht mehr entziehen können - sicher ein intensiver und spannender Moment. Für die zweite und dritte Vorstellung am 13. und 22. März gibt es noch Restkarten, verrät Opern-Pressesprecher Alexander Kalouti. Diese kosten zwischen 15 und 49 Euro.

6. Herzogs "Don Giovanni" spielt im Jahr 2015

Das Geschehen soll so nah wie möglich an den Zuschauer heran - auch zeitlich: "Alles findet heute, jetzt und hier statt", sagt Herzog. Die Kleidung der Darsteller ist eine zeitgenössische, edle und schlichte. Und - verrät Herzog schmunzelnd - "das Fest, das Don Giovanni in seinem Schloss gibt, wird der Dortmunder wieder erkennen."