Die Spionin

Paulo Coelho

Sie war eine der faszinierendsten Frauen des frühen 20. Jahrhunderts: Mata Hari war Femme fatale, Muse und auch eine Spionin. Bestsellerautor Paulo Coelho erzählt das Leben der exotischen Tänzerin im Roman " Die Spionin" in Form eines letzten Briefs der Frau, die am 15. Oktober 1917, mit 41 Jahren, zum Tode verurteilt wurde.

27.11.2016, 12:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Spionin

Der Roman des Brasilianers ist zugleich ein spannendes Panorama der Zeit vor und im Ersten Weltkrieg. Das beginnt mit der Kindheit der 1876 als Margaretha Zelle in den Niederlanden geboren Tänzerin. In Leiden ging das Mädchen in die Schule, wurde dort als 16-Jährige vom Direktor vergewaltigt und merkte früh, dass sie als Tänzerin Freiheit spüren würde.

Mit 19 Jahren heiratete Mata Hari einen 21 Jahre älteren Offizier; ihr Sohn starb als Kind, später wurde ihr das Sorgerecht an der Tochter entzogen.

Geheimdienst

Mata Hari tanzt sich an die Weltspitze, lernte auch die Künstler Picasso und Modigliani kennen, eroberte während der Weltausstellung ganz Paris unter dem zu diesem Anlass gebauten Eiffelturm. Der Ausbruch des Weltkriegs machte sie schließlich zur Spionin für den französischen Geheimdienst.

Paulo Coelho ist durch die Briefform ein sensibles Porträt der Künstlerin gelungen, das neben den genau recherchierten historischen Fakten auch von den Gefühlen, Träumen und Ängsten der Künstlerin erzählt. Besonders berührend ist Mata Haris Erinnerung an Oscar Wildes Märchen von der Nachtigall, die für die Liebe alles tut, aber darüber sterben musste.

Todestag

2017 jährt sich der Todestag der Tänzerin Mata Hari zum 100. Mal. Der Roman von Paulo Coelho ist eine wunderbar poetische Biografie der schillernden, starken und selbstbestimmten Frau, die eine der ersten Feministinnen war, weil sie nach eigenen Vorstellungen lebte.

Paulo Coelho: Die Spionin, 192 S., Diogenes, 19,90 Euro, ISBN 978-3-2570-6977-8.