Die Verfluchten

Joyce Carol Oates

Wer sich nach dem Lesen des Klappentextes eine richtig schöne Gruselgeschichte erhofft hat, wird zumindest teilweise enttäuscht: "Die Verfluchten" der großen alten Dame der US-amerikanischen Literatur, Joyce Carol Oates, ist zugleich eine zuweilen unangenehm redselige Klatschgeschichte aus dem Princeton (New Jersey) in den Jahren 1905 /6 sowie ein Abriss über das sozialistische Wirken des Schriftstellers Upton Sinclair. Die so unterschiedlichen Buchteile passen nicht besonders gut zusammen.

19.10.2014, 18:37 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das 750-Seiten-Buch ist aus der Ich-Perspektive eines Historikers geschrieben, der eine Chronik über den "Princetoner Fluch" schreibt. Demnach sind alle Personen aus der Umgebung des ehemaligen Universitätsrektors Winslow Slade mit einem Fluch beladen. So wird die Enkelin Slades vom Traualtar weg von einem Dämon entführt.

Würde man diesen Schmöker um gut 400 Seiten kürzen, käme tatsächlich eine spannende Horrorgeschichte dabei heraus. Denn es gibt sie schon, die Kapitel, die so dicht geschrieben sind, dass es einen fast vom Hocker reißt. Aber sie sind gut versteckt.

 

Joyce Carol Oates: Die Verfluchten, 752 S., S. Fischer, 26,99 Euro, ISBN 978-3-1005-4021-8.

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