Viel zu trocken: Die Waldbrandgefahr in Deutschland steigt

Dürre

Seit Tagen hat es nicht geregnet - in ganz Deutschland steigt daher die Waldbrandgefahr. In Niedersachsen musste die Feuerwehr am Wochenende bereits zu einem Moorbrand ausrücken.

Potsdam

20.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wegen lang anhaltender Dürreperioden kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Waldbränden in Deutschland.

Wegen lang anhaltender Dürreperioden kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Waldbränden in Deutschland. © picture alliance/dpa

Brennende Wälder und Moore, evakuierte Anwohner: Wegen lang anhaltender Dürreperioden kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Waldbränden in Deutschland. Und das dürfte auch in diesem Jahr so bleiben: Mehrere Bundesländer warnen seit dem Wochenende vor erhöhter Waldbrandgefahr.

In Brandenburg etwa setzte das Ministerium am Sonntag die Waldbrandgefahrenstufe in fast allen Landkreisen und kreisfreien Städten auf die höchste Stufe 5 herauf. Das berichtete der Waldbrandschutzbeauftragte Raimund Engel. Lediglich im Landkreis Uckermark blieb es bei der zweithöchsten Stufe 4. „Hintergrund ist neben der Trockenheit der vergangenen Wochen der verhältnismäßig starke Wind“, erläuterte Engel. In der Nähe von Großräschen (Oberspreewald-Lausitz) sei am Sonntag ein kleinerer Waldbrand ausgebrochen.

Im Vorjahr hatten Waldbrände allein in Brandenburg allein 1350 Hektar Wald vernichtet. Im Land hatte es 414 Mal gebrannt. 2018 zählte das Ministerium 512 Waldbrände auf insgesamt 1674 Hektar. Erhöhte Gefahr von Waldbränden besteht auch in Thüringen und Sachsen-Anhalt. Auch hier bleibt der Regen in den kommenden Tagen aus. Besonders gefährdet sind laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) der Norden und Osten Sachsen-Anhalts sowie der Norden Sachsens.

Erhöhte Waldbrandgefahr auch im Westen

Und auch im Westen gibt es Warnungen: Der „Waldbrandgefahrenindex“ des DWD zeigte am Montagmorgen eine mittlere Waldbrandgefahr für ganz Nordrhein-Westfalen. Da zu dieser Jahreszeit noch nicht alle Bäume und Sträucher Laub tragen, kann die Sonne oft bis auf den Boden scheinen. Äste und Laub am Boden trocknen dadurch schnell aus, wie das NRW-Umweltministerium mitteilte.

In Niedersachsen musste die Feuerwehr am Wochenende zu einem Moorbrand bei Papenburg ausrücken. Mehrere Häuser mussten evakuiert werden, die Feuerwehr konnte den Brand unter Kontrolle bringen.

So können Sie Waldbrände verhindern

Damit es nicht zu Waldbränden kommt, sollten Spaziergänger unbedingt das Rauchverbot im Wald einhalten, so das NRW-Umweltministerium. Desweiteren gelten folgende Regeln, um Brände zu verhindern:

  • Kein Feuer im Wald: Lager- und Grillfeuer dürfen nur an gekennzeichneten Feuerstellen entfacht werden. Dabei ist - je nach Bundesland - eine Entfernung von 100 oder 50 Metern zum Waldrand einzuhalten.
  • Nicht im Wald parken: Autofahrer sollten bei Waldbrandgefahr nur ausgewiesene Parkplätze benutzten. Grasflächen könnten sich ansonsten durch heiße Katalysatoren entzünden. Auch Zigarettenkippen sollten Autofahrer keinesfalls aus dem Fenster werfen.
  • Keinen Müll in den Wald kippen: Glasflaschen und Glasscherben wirken wie Brennlupen. Sie sollten auf keinen Fall im Wald hinterlassen werden, weil sich ausgetrocknete Gräser und Hölzer schnell entzünden. Das gleiche gilt natürlich auch für jeden anderen Müll.
  • Feuerwehr rufen: Auch bei kleinsten Bränden sollte umgehend die Feuerwehr unter der Notrufnummer 112 alarmiert werden. Dabei sollten möglichst der genaue Brandort, das Ausmaß und die Art des Feuers genannt werden. So kann verhindert werden, dass sich der Brand ausbreitet.

RND/msc

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