Diese Dortmunderin ist für den Theodor-König-Award nominiert

Szenenbild von K.I.Z.-Video

15.375.000-mal, so oft ist das Video zu "Hurra die Welt geht unter" der Berliner Hip-Hop-Band K.I.Z. bis Freitag auf Youtube angeklickt worden. Ein Video, das die 31-jährige Dortmunderin Babs Tarabczynski entscheidend mitgestaltet hat. Ein Video, für das sie nun einen Preis bekommen könnte.

DORTMUND

, 19.03.2016, 01:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

K.I.Z. singen in ihrem Lied vom Weltuntergang – und dem Leben danach. Das Video erzählt die entsprechende Geschichte mit dem klassischen Szenario: Die vierköpfige Band treibt nach einer gewaltigen Explosion auf einem postapokalyptischen Floß im Meer. Dort schlafen, kochen, leben sie – bis sie irgendwann den Atomschutzbunker finden, von dem Annenmaykanterei-Sänger Henning May mit seiner Kratz-Stimme so inbrünstig singt.

Kleinigkeiten machen das Szenario authentisch

Jenes Floß mit all seinen Details hat Babs Tarabczynski gemeinsam mit ihrem Team gestaltet. Das ist ihr Job. Die Dortmunderin arbeitet als Szenenbildnerin und Requisiteurin in der Medienwelt. 

Ein Job, der Videos wie das von K.I.Z. erst zum Leben erweckt - denn gerade die Kleinigkeiten, die zur Dusche umfunktionierte Gieskanne, die Lichterketten oder der Autositz, der als Sessel benutzt wird, machen das Szenario lebendig und authentisch.

Für ein Szenenbild zeichnet die Dortmunderin zunächst Entwürfe. Das sei atmosphärischer als 3D-Entwürfe am Computer. Anschließend kümmert sie sich um die Umsetzung, besorgt, baut, designt Möbel und Dekoration und begleitet am Set die Dreharbeiten. „Wir machen auch Staub auf die Möbel, wenn es so sein soll.“

Weil diese kreative Arbeit essentiell für solche Produktionen ist, wurde im vergangenen Jahr der Theodor-König-Award ins Leben gerufen. Er ehrt die Menschen hinter den Kulissen der Musikbranche. Babs Tarabczynski ist gemeinsam mit ihrem Kollegen Rüdiger Gay für diesen Preis nominiert: für das Szenenbild jenes K.I.Z.-Videos.

Seit dem vierten Lebensjahr in Dortmund

Die 31-Jährige wurde in Polen geboren, kam mit vier Jahren nach Deutschland, lebt seither in Dortmund. An der Fachhochschule hat sie Raum- und Objektdesign studiert. Vor vier Jahren lernte sie Rüdiger Gay bei der Produktion einer TV-Show kennen. Sie machte damals Requisiten-Assistenz, kam mit Rüdiger Gay ins Gespräch. Wenig später gründeten sie ihre Firma Argus Event.

„In Dortmund geht sehr viel in diesem Bereich, man bekommt es nur nicht so mit“, sagt sie. So wie die wenigsten die Arbeit hinter so einem Musikvideo mitbekommen. „Ich habe mir ja bewusst ausgesucht, hinter der Kamera zu sein.“ Aber ab und an sei es doch ganz schön, wenn ihre Ideen öffentlich gewürdigt werden.

Der Award
Der Theodor-König-Award wird am 8. April in Berlin zum zweiten Mal an die „Helden im Hintergrund der Musikbranche“ verliehen. Babs Tarabczynski und Rüdiger Gay sind in der Kategorie „Ausstattung und Setdesign in einem Video“ nominiert. Wer gewinnt entscheiden die Internetnutzer: Das Online-Voting läuft noch bis zum 29. März (Dienstag). Für die Dortmunderin
 

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