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Geflügelzüchter: Adrian Deckers ungewöhnliches Hobby

Vom Geschmack beflügelt

Der Lembecker Adrian Deckers betreibt Turniertanzsport. Das ist so selten nicht. Ungewöhnlicher ist da schon das Hobby des 22-Jährigen: Deckers ist seit seiner frühen Jugend begeisterter Hobby-Besitzer einer Geflügelfarm.

DORSTEN

von Von Michael Klein

, 03.11.2012
Geflügelzüchter: Adrian Deckers ungewöhnliches Hobby

Adrian Deckers züchtet in seiner Freizeit Geflügel.

Jeden Morgen steht der Student (Deutsch, Sozialwissenschaft, Biologie auf Lehramt an der Uni Essen) um 5.30 Uhr auf. „Das ist für viele Horror, mir aber macht es Spaß“, sagt er. Denn seine Stall-Bewohner am Brink in Lembeck wollen versorgt werden. Gut 60 Hühner hält der Lembecker, dazu noch andere Geflügelrassen. Mal Gänse, mal Enten, mal Wachteln und Hähnchen, die er von Küken auf heranzieht – bis sie das nötige Schlachtgewicht erreicht haben. „Das Schlachten habe ich als Jugendlicher zwar gelernt, aber das lasse ich andere machen.“Artgerecht

Adrian Deckers handelt nicht mit den Tieren, ihr Fleisch dient allein der Versorgung von Familie, Verwandten, Freunden. Und die sind begeisterte Abnehmer. „Weil ich die Tiere artgerecht halte, natürlich füttere und gänzlich auf Medikamente verzichte, schmecken die viel besser“, sagt er.„Das ist mit Geflügel aus dem Supermarkt überhaupt nicht zu vergleichen.“ Für Adrian Deckers ist es wichtig, dass seine Tiere ausreichend Lebensraum haben. „Heutzutage kommt fast alles Fleisch aus der Massentierhaltung“, sagt er. „Aber wer lebt schon gerne in einer WG mit 27 000 Mitbewohnern?“ Seine Tiere haben genügend Auslauf in den Ställen und wenn das Wetter es erlaubt, finden sie auch draußen auf den Wiesen genügend Platz, um zu scharren und zu picken.Mietwohnung

Früher hatte die Familie Deckers in einer Mietwohnung gelebt. „Ich wollte als Kind immer ein Haustier haben“, erinnert sich Adrian Deckers: „Das wurde uns aber nicht erlaubt.“ Nach dem Umzug 1999 nach Lembeck durfte sich der damals Zehnjährige diesen Wunsch erfüllen. Warum es dann aber Hühner wurden? „Das war hier im Dorf was Normales“, erzählt er. „Außerdem hat mich gereizt, dass sie einem etwas zurückgeben, Fleisch und Eier nämlich.“ Mit zwei Hühnern, gekauft auf dem Lembecker Tiermarkt, fing alles an, der Vermieter, ein ehemaliger Geflügel-Landwirt, überließ Adrian Deckers Ställe und Weiden.Schweinefleisch

Heute kauft Adrian Deckers seine Küken nur auf Geflügelhöfen, die unter regelmäßiger Aufsicht stehen. „Ich will wissen, wo das Fleisch herkommt, das ich esse.“ Auch bei seinem sonstigen Fleisch-Verzehr achtet er darauf. „Das Wild kaufen wir meist bei Jägern, Rindfleisch von regionalen Höfen.“ Schweinefleisch kommt bei ihm nicht auf den Tisch.

Adrian Deckers zieht immer wieder neue Geflügelarten auf. „Im Vorjahr hatten Truthähne Premiere, die wogen zum Schluss stolze 22 Kilo.“ In diesem Jahr kümmerte er sich darum, dass seine französischen Bresse-Hühner gut in Futter standen.Erfolge „Die werden mit einem Milch-Mais-Gemisch und Buchweizen gefüttert, das sorgt für ihren typischen Geschmack.“ Dank des außergewöhnlichen Legehennen-Bestandes haben die Deckers zudem täglich Eier von verschiedensten Rassen zum Frühstück: weiße, braune, das Italiener-Huhn legt creme-beige Eier, das Maran-Huhn schokoladenbraune.

Das Geflügel-Hobby hat schon für Erfolge in der Schule und an der Uni gesorgt. Beim Wissenschafts-Projekt am Gymnasium Petrinum belegte Adrian Deckers damals den zweiten Platz: „Da habe ich mit einer Brutmaschine künstlich Küken ausgebrütet“, erinnert er sich. „Das war für meine Mitschüler sehr interessant.“Internet Und bei einer Uni-Arbeit, wo es um das kollektive Gedächtnis und das Abspeichern von kulturellen Erfahrungen ging, konnte er die Geschmackserlebnisse durch wie anno dazumals gezüchteten Tiere ebenfalls in die Waagschale werfen.

Neben dem Studium, dem Tanzen beim TTH und seinen Tieren findet Adrian Deckers Zeit, im Internet die Anfragen von Interessierten zu beantworten: „Ich habe sogar Anfragen aus dem Ausland.“ Auf seiner Homepage finden sich neben Rezepten auch Tipps, wie man Geflügel hält. „Das stirbt immer mehr aus, dabei ist das ganz einfach. Ein Hinterhof und eine kleine Wiese reichen völlig aus.“

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