Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Politik macht Schule

US-Wahlkampf

Wochenlang waren die Präsidentschafts-Wahlen neben den neuesten Promipärchen, Algebraformeln und Frisurentrends zum Gesprächsthema Nummer 1 für Schüler an amerikanischen Highschools geworden. Katharina Bach erlebte diese „heiße“ politische Phase mit.

03.11.2012
Politik macht Schule

An der Highschool in Houston, die derzeit auch Katharina Bach besucht, wurde die US-Wahl im Musical "Vote for me!" auf sarkastische und musikalisch-witzige Art thematisiert.

Katharina (15) ist beeindruckt von dem Interesse der Mehrheit ihrer Mitschüler. „An den Tagen nach den TV-Debatten wurde über nichts anderes gesprochen. Da gab es dann auch die ein oder andere hitzige Diskussion in der Pause“, beschreibt die Ursulinenschülerin die gespannte Atmosphäre selbst unter Minderjährigen. Gerade als Ausländer sollte man sich deshalb in Sachen Politik möglichst zurück halten, wurde den Jugendlichen von der Austauschorganisation mit auf den Weg gegeben.

Beobachten konnte die junge Dorstenerin auch, dass gerade in Texas, der als konservativster Staat der USA gilt, überwiegend Republikaner-Anhänger leben. „Die einzigen Schüler an meiner Schule, die sich offen als Obama-Fans zu erkennen geben, sind Afroamerikaner“, versucht sich Katharina ein Stimmungsbild an ihrer Highschool zu wiederzugeben. Nach der Begeisterung für Barack Obama („Yes, we can!“) bei der Wahl vor vier Jahren, sind sich heute viele Jugendliche unschlüssig oder übernehmen einfach die Meinung der Eltern, ohne sich selbst ein Bild über Parteien, ihre Vertreter und deren Ziele zu machen. Deshalb gründen viele Schulen Clubs, in denen die Ziele der einzelnen Parteien diskutiert werden. Gleichzeitig sollen diese Aktivitäten auch Twitter-Posts wie „Ich möchte nicht, dass jemand, der Crocs trägt, Präsident bleibt“ oder Kommentare wie „Ich möchte, dass Romney Präsident wird, weil er die Reichen noch reicher macht!“ vorbeugen, beziehungsweise die Urheber aufklären. „Meine Schule hat sogar ein Schulmusical (Vote for me!) auf die Beine gestellt, das auf witzige Art und Weise die Wahlen thematisiert hat und bei dem Mitmachen in Form von Wählen Pflicht war“, berichtet Katharina, wie sehr die aktuelle politische Situation den Schulalltag beinflusst.

Der Staat Texas bietet außerdem die Organisation „Junior State of America“, die Jugendlichen die Möglichkeit zur Mitsprache gibt und außerdem eine „Mock-Election“, eine nachgestellte Wahl, veranstaltet. Solche Mock-Wahlen sind an amerikanischen Highschools in den vergangenen Jahren immer populärer geworden, da sie „uns Schülern bewusst machen, dass wir trotz unseres jungen Alters ein Mitspracherecht haben!“, erklärte Bleakley, Mitglied des Demokraten-Clubs, der Austauschschülerin aus Dorsten. „Auch die Parteien werden aktiv und versuchen, Jungwähler zu gewinnen, in dem sie u.a. Schulen Besuche abstatten“, sagt Katharina Bach. Die junge Dorstenerin ist jedenfalls froh, diese Erfahrungen zu sammeln, es ist schließlich etwas Besonderes nicht nur aus den Nachrichten mitzubekommen, was in den USA passiert, sondern täglich im Alltag damit konfrontiert zu werden: „ Ich werde das auf jeden Fall weiterverfolgen, weil es jetzt richtig spannend wird!“

Lesen Sie jetzt