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So erobert das Slacklinen den Dortmunder Westpark

Trendsportart

Die Trendsportart Slacklinen, bekannt aus der letzten "Wetten-Dass"-Sendung, ist in Dortmund angekommen. Die Trainierenden ernten regelmäßig neugierige Blicke, wenn sie ihm Westpark ihr Band zwischen die Bäume spannen und hinaufsteigen.

DORTMUND

von Von Thilo Kortmann

, 01.11.2012
So erobert das Slacklinen den Dortmunder Westpark

Erik Hamann balanciert auf der Slackline im Westpark. Was spielend leicht aussieht, ist für den Anfänger extrem schwierig.

Auf einem schlaff gespannten Seil absolvierte Cihan Calis kunstvolle Fallrückzieher. Vielen ist die dramatische Wette aus der letzten „Wetten-Dass“-Sendung noch in guter Erinnerung. Cihan scheiterte knapp, wurde aber trotzdem Wettkönig. Slackline nennt man diese neue Trendsportart. Auch in Dortmund hat sie bereits Freunde gefunden.

Vom Fallrückzieher auf dem Band sind Erik Hamann und Ronald Tepfenhart noch weit entfernt. Für die beiden Slackline-Freunde ist es schon schwierig genug, das Gleichgewicht auf dem federnden Band zu finden.  Das Band, auf dem sich all das abspielt, ist beim Slackline nicht straff, sondern eher weich gespannt. Je weiter sich der Balancierende zur Bandmitte bewegt, umso mehr dehnt sich das Band in Richtung Boden. Für ihr Training ernten die beiden zahllose neugierige Blicke in ihrem Areal – dem Westpark.  

 Neben der reinen Balance sind auch Sprünge möglich. „So ein Fallrückzieher ist aber extrem schwierig“, sagt Ronald, der Medizinische Informatik an der TU Dortmund studiert. Für Anfänger ist bereits das einfache Gehen auf dem Band eine große Herausforderung. Das zeigt auch der Selbstversuch des Autors dieses Artikels.Schon beim Aufsteigen schwimmt das Band hin und her, obwohl das bei Erik und Ronald so spielend leicht aussieht. Der Versuch scheitert im Ansatz. Das Band verzeiht nicht die kleinste Unsicherheit. Je nach Können wird die Breite gewählt. Die beträgt zwischen 25 und 50 Millimeter. Profis nehmen die schmalen, für Anfänger sind die breiten Bänder von Vorteil.

 Die neue Trendsportart Slackline ist hierzulande erst durch „Wetten Dass“ so richtig populär geworden, in der Kletter- und Studentenszene wird Slackline aber schon seit längerer Zeit betrieben. Ab den 1960er Jahren fingen amerikanische Kletterer im Yosemite Nationalpark an, bei Regentagen über Absperrketten und Taue zu balancieren. Ab den 80ern verbreitete sich die neue Sportart dann über die Klettercamps.  Auch Erik und Ronald kommen aus der Kletterszene, beide kraxeln regelmäßig den Dorstfelder Kletterturm hinauf. Slackline ist für sie ein gut geeigneter Ausgleichssport zum Klettern. „Ich könnte nicht jeden Tag klettern, das geht doch arg in die Hände und in die Finger“, sagt Ronald. Zudem werden beim Slacklinen Koordination, Balance und Konzentration gleichermaßen trainiert.  Für Erik hat das Slackline-Training einen weiteren Vorteil. Er arbeitet als Schornsteinfeger, auch dabei sind Balance, Gleichgewicht und Konzentration gefragt.  

Was ist Slackline?
Es gibt neun unterschiedliche Arten des Slackline-Sports. Die gebräuchlichste Form ist das Lowline, dabei werden Tricks auf einem niedrig gespannten Band absolviert. Bei den Rodeo-Lines werden die Bänder ganz schlapp und höher gespannt, der Durchhang ist somit extrem. Bei den Dark- oder Nightlines werden Bänder nachts oder in dunklen Räumen gespannt. Die neueste Form ist das Slack-Board. Eine Konstruktion ermöglicht das Slacken ohne Befestigungspunkte.

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