Dortmunder Danny Seck entwirft Feuerwerke

Beruf Böllermeister

Seine Palette umfasst 6000 Dinge, die schick explodieren: Danny Seck ist Pyrotechniker. Jährlich erstellt der Dortmunder rund 100 Feuerwerke. Silvester arbeitet er auch, an einem besonders schicken Ort in Dortmund.

DORTMUND

von Sandra Schaftner

, 31.12.2015, 03:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dortmunder Danny Seck entwirft Feuerwerke

Danny Seck hat viel Feuerwerk um die Ohren.

An den Wänden in Secks Büro auf dem Gelände der Kokerei Hansa stapeln sich Kartons von Feuerwerkskörpern. „Das sind aber nur Attrappen“, gibt der 36-jährige Pyrotechniker Entwarnung. Die rund 40 verschiedenen Raketen und Batterien sind Anschauungsmaterial für seine Kunden, die sich ein Feuerwerk wünschen – für die Hochzeit, die Firmenfeier oder die Kirmes. An Silvester zündet Seck das Feuerwerk an der Spielbank Hohensyburg.

20.000 Euro für zwei Minuten

Je nach Budget, Anlass und Lokalität plant Seck ein individuelles Feuerwerk. Eine aufwendige zweiminütige Show kann dabei bis zu 20.000 Euro kosten. Auf seinem Computer hat er eine Datenbank mit mehr als 6000 verschiedenen Feuerwerkskörpern. Diese stellt er nach seiner Intuition zu einem Gesamtwerk zusammen, abgestimmt auf die Musik. „Deshalb ist Pyrotechniker ein Künstlerberuf“, meint Seck.

Fünf Tage für fünf Minuten

Rund fünf Tage braucht er, um ein fünfminütiges Feuerwerk zu programmieren. Eine Zündmaschine überträgt die Daten später per Funk – so läuft das Feuerwerk vollautomatisch ab. „Das Problem ist nur, dass man ein Feuerwerk nicht vorher testen kann“, sagt Seck. „Aber Kunst ist eben nicht 100 Prozent perfekt.“

Die Feuerwerkskörper lagern in einem Bunker in Oberhausen. Mit bis zu 15 Mitarbeitern seiner Firma Feuerbändiger Feuerwerke stellt er vor Ort die Gestelle auf, befüllt sie mit den Feuerwerkskörpern und verbindet sie miteinander. „Das kann bei großen Shows auch mal drei Tage dauern“, erzählt Seck. Vor Ort herrschen hohe Sicherheitsbestimmungen, nachts passen Sicherheitskräfte auf die Feuerwerkskörper auf.

"Im Grunde wie eine Pistole"

Seck erklärt: „Im Grunde funktioniert ein Feuerwerkskörper wie eine Pistole.“ Wenn die Schwarzpulverladung im Rohr zündet, breitet sich das Gas ruckartig aus. Dadurch schießt die Rakete in die Höhe und explodiert dort durch eine Zündverzögerung. So sehen wir das Lichtspiel am Himmel.

Feuerwerkerei ist in Secks Familie Tradition. Sein Urgroßvater hatte sogar ein Buch darüber geschrieben, welche Chemikalien Farben erzeugen und wie man Feuerwerkskörper baut. So war es selbstverständlich, dass Danny Seck ihnen nachfolgt und sich zum staatlich geprüften Pyrotechniker ausbilden ließ. Vielleicht wird auch sein Sohn einmal seinem Vorbild folgen. Secks Frau hat zumindest keine Bedenken, dass ihm bei seinem riskanten Beruf etwas passieren könnte.

Knapp 100 Shows führt Seck in ganz Deutschland und Österreich jährlich durch, 20 bis 25 davon in Dortmund.

Jetzt lesen

Jetzt lesen