Draußen geht die Welt unter – oder nicht?

"10 Cloverfield Lane" im Kino

Als Michelle (Mary Elizabeth Winstead) aufwacht, ist sie an ein Bett gefesselt. Panik steigt auf. Wurde sie entführt? Ist sie in den Fängen eines Perversen? Ein Mann (John Goodman) schaut nach ihr: "Du kannst froh sein, dass Du hier bist."

01.04.2016, 15:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Im Bunker: John Goodman als Howard Stambler und Mary Elizabeth Winstead als Michelle.

Im Bunker: John Goodman als Howard Stambler und Mary Elizabeth Winstead als Michelle.

Es habe einen chemischen oder nuklearen Angriff gegeben, erzählt der Mann. Draußen seien alle tot. Er habe Michelle nach einem Autounfall geborgen und in seinen Bunker gebracht. Übrigens, sein Name sei Howard. Er löst die Fesseln und führt Michelle durch sein unterirdisches Domizil.

Wohltäter oder Kerkermeister?

Dan Trachtenbergs "10 Cloverfield Lane" ist ein Thriller, der lose an den Echtzeit-Katastrophen-Schocker "Cloverfield" (2008) andockt. Haben Außerirdische Amerika verwüstet? Lebt Michelle auf der rettenden Insel? Ist Howard ihr Wohltäter oder ihr Kerkermeister?

Dank des cleveren Konzeptes gewinnt das Kammerspiel aus einem Mini-Setting maximale Spannung. Fensterlose Räume, drei Schauspieler und die Behauptung einer Apokalypse - das war es schon.

Gefühl der Beklemmung

Emmett (John Gallagher Jr.) lebt auch in Howards Bunker. Für ihn steht fest, dass die Welt oben verseucht ist und nur der Bunker Schutz bietet.

Michelle hat ihre Zweifel, als sie merkt, dass der gute Hirte Howard Geheimnisse hat. Unter einer fast familiären Idylle nagt ein Gefühl der Beklemmung, die Ahnung kommenden Unheils. Später wartet der Film mit groß orchestriertem Horror auf, vorher erbrütet er starken Nervenkitzel allein aus der Dreierkonstellation.

Goodman demonstriert, dass er mehr drauf hat als nur das gemütliche Dickerchen. Winstead überzeugt als patente Heldin, die ohne Jammern ihr Schicksal in die Hand nimmt. Egal, was dort oben auf sie wartet...

 

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