Du sollst keine Küsse stehlen

Tage alter Musik

Ein Musikfestival im Zeichen der zehn Gebote – das klingt nach gestrenger Sakralmusik, nach großem Ernst und wenig Vergnügen. Um dieses Missverständnis erst gar nicht aufkommen zu lassen, haben die Herner Tage für Alte Musik am Donnerstag betont vergnüglich eröffnet: mit Mozart-Arien und instrumentalen Divertimenti für Kammerensemble.

HERNE

von Von Karsten Mark

, 09.11.2012, 18:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Raffaella Milanesi sang in Herne.

Raffaella Milanesi sang in Herne.

Herzog diskutiert

› Das Auftaktkonzert wird am 17.11. um 20.05 Uhr auf WDR 3 ausgestrahlt.
› Der Dortmunder Opernintendant Jens-Daniel Herzog nimmt heute um 11 Uhr im Westfälischen Museum für Archäologie in Herne an der Diskussion „Barockoper heute“teil. Herzog inszeniert derzeit in Dortmund Monteverdis „Krönung der Poppea“ (Premiere 1.12.).

An die Grenze geht das Festival nicht nur mit der Auslegung seines Mottos, sondern auch mit der alten Musik. Die historische Grenze fällt mit dem Ende der Wiener Klassik zusammen, also etwa 1830. Und diese Grenzen reizen Spezialisten für historische Aufführungspraxis wie das Sextett „Compagnia di Punto“ des Duisburger Hornisten Christian Binde schon lange.

Denn nicht nur Barock-Musik wurde für ein heute überkommenes Instrumentarium komponiert, auch die Klassiker und selbst die Romantiker schrieben noch für Hörner ohne Ventile oder Streicher mit Darmsaiten. Es sind überwiegend virtuose Sätze aus Divertimenti von Joseph Haydn, mit denen die „Compagnia“ ihre Meisterschaft unter Beweis stellt. Dazu gibt es einige Stücke von Antonio Rosetti, der eigentlich Franz Anton Rösler hieß. Für Letzteren hat das Festival mit der italienischen Sopranistin Raffaela Milanesi eine beeindruckende Ausnahmeinterpretin verpflichtet.

Das – leider recht kleine – Publikum führte sie auf einen abwechslungsreichen, oft vergnüglichen Streifzug durch Mozarts Figaro, die Entführung aus dem Serail und die frühe, nur selten aufgeführte „Finta Giardiniera“. Die Tage für alte Musik dauern noch bis Sonntag.

Herzog diskutiert

› Das Auftaktkonzert wird am 17.11. um 20.05 Uhr auf WDR 3 ausgestrahlt.
› Der Dortmunder Opernintendant Jens-Daniel Herzog nimmt heute um 11 Uhr im Westfälischen Museum für Archäologie in Herne an der Diskussion „Barockoper heute“teil. Herzog inszeniert derzeit in Dortmund Monteverdis „Krönung der Poppea“ (Premiere 1.12.).

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