Duisburg: Auch Clan-Mitglieder stören Festnahme in Marxloh

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Die Duisburger Polizei wollte in Marxloh einen 18-Jährigen festnehmen. 200 Menschen störten die Beamten, mehrere davon hatte einen „Clan-Bezug“. Es war nicht der erste Vorfall in den vergangenen Tagen.

von Martin Schroers

Duisburg

, 20.05.2020, 11:29 Uhr / Lesedauer: 1 min

Erneut ist es bei einer Festnahme in Duisburg-Marxloh zu einem Menschenauflauf gekommen: Rund 200 Menschen haben laut Polizei am Dienstagabend bei der Vollstreckung eines Haftbefehls gegen einen 18-Jährigen gestört. Eine „unbestimmte Anzahl der Personen“ habe einen „Clan-Bezug“ gehabt, teilte ein Polizeisprecher am Mittwoch mit. Es brauchte 36 Einsatzkräfte um den 18-Jährigen festzunehmen. Insgesamt waren 100 Polizisten vor Ort.

Laut Polizei war der mit Haftbefehl gesuchte 18-Jährige gegen 19.50 Uhr einer Streife an der Kaiser-Wilhelm-Straße aufgefallen. Als der Mann die Polizisten entdeckte, flüchtete er in Höhe Arnimstraße in ein Haus. Die Beamten folgten ihm. Bei der Festnahme im Flur wehrte der Mann sich, mehrere Menschen stürmten in den Flur, störten die Polizei.

Festnahme in Duisburg-Marxloh: 200 Menschen vor der Tür

Nach Angaben aus dem Polizeipräsidium drohten die Beamten damit, Pfefferspray einzusetzen. Als die Polizisten das Haus gemeinsam mit dem 18-Jährigen verlassen wollten, standen vor der Tür bereits rund 200 Menschen. Die herbeigerufene Verstärkung musste einen Korridor bilden, durch den die Beamten den 18-Jährigen zu einem Streifenwagen brachten. Zwei Menschen versuchten in dem Tumult durch die Absperrung zu kommen. Die Einsatzkräfte nahmen auch sie in Gewahrsam. Verletzt wurde bei dem Einsatz am Dienstagabend niemand.

Bereits am Sonntagabend war es wenige hundert Meter weiter ebenfalls zu einem Tumult gekommen. Auch dort war der Auslöser die Festnahme eines 18-Jährigen, der nach Informationen dieser Redaktion zu einem libanesischen Clan gehören soll. Ob zwischen den beiden Männern eine Verbindung besteht, ist noch nicht bekannt.

Der Bereich in Marxloh ist als Brennpunkt bekannt. Seit 2015 unterstützt daher eine vor Ort stationierte Hundertschaft die Duisburger Polizei. Zwei Sonderstaatsanwälte arbeiten unter dem Projekttitel „Staatsanwälte vor Ort“ daran, Ermittlungen voranzutreiben.

Mit Material von dpa. Dieser Artikel erschien zuerst auf WAZ.de.

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