Ein Hausmeister mischt die feine Gesellschaft auf

Fledermaus in Dortmund

Es hätte ein Karnevalsspaß sein können, aber Johann Strauß’ Operette "Die Fledermaus" gehört zu den Bühnenwerken, die konzertant viel an Pep einbüßen. Und so war die Aufführung am Sonntag im Dortmunder Opernhaus in der Fastenzeit (in die die "Fledermaus" so gar nicht passt) auch ein optisches Fastenstück.

DORTMUND

, 06.03.2017, 11:39 Uhr / Lesedauer: 1 min
„Oje, oje, wie rührt mich dies“: Emily Newton (Rosaline), Hannes Brock (Eisenstein) und Ashley Touret (Adele) in der konzertanten „Fledermaus“ in Dortmund.

„Oje, oje, wie rührt mich dies“: Emily Newton (Rosaline), Hannes Brock (Eisenstein) und Ashley Touret (Adele) in der konzertanten „Fledermaus“ in Dortmund.

In Kostüm und Maske haben Jens-Daniel Herzog und Alexander Becker das Maskenspiel im Reich von König Champagner mit dem spielfreudigen Dortmunder Ensemble und Opernchor auf den Bühnenstreifen vor den Dortmunder Philharmonikern (Leitung: Motonori Kobayashi) gebracht.

Aber vieles wirkte fast wie eine Parodie auf die Operette, der Schwung, der dieses Verwechslungsspiel ausmacht, fehlte; diese Operette war zweieinhalb Stunden lang humorkastriert.

Fritz Eckenga machte als Hausmeister Spaß

Für den meisten Witz sorgte Kabarettist Fritz Eckenga als Hausmeister und Frosch. Er plauderte sich durch die Handlung und ersetzte damit die gesprochenen Dialoge, die in einer konzertanten Aufführung gar nicht funktionieren. Damit wurde diese "Fledermaus" allerdings auch zur Kabarettshow mit Musikeinlage.

Musikalisch war diese erste von zwei Aufführungen, die Ersatz für den Opernball sein sollen, erstklassig. Emily Newton war als Rosalinde so großartig wie in allen anderen Rollen, in der die Amerikanerin zum Dortmunder Publikumsliebling avanciert ist.

Adele mit Esprit

Hannes Brock hat den Eisenstein schon so oft gesungen, und es ist immer wieder ein Genuss, den spielfreudigen Tenor in dieser Rolle zu sehen. Ashley Touret war eine Adele mit viel Esprit, die dann auch im dritten Akt mehr zeigen durfte, als mit dem Staubwedel zu hantieren. Und Ileana Mateescu zeigte als Prinz Orlofsky sehr schön gelangweilte Dekadenz. Wenn schon die "Fledermaus", warum dann nicht mit ein bisschen mehr Kulisse? Oder als Karnevalskonzert eine Woche früher?

11.3.; Karten: Tel. (0231) 5027222.

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