Ein junger Sokolov siegte in Dortmund

Schubert-Wettbewerb

Der zwölfte Internationale Schubert-Wettbewerb hat einen würdigen ersten Preisträger gefunden. Ohne Skandale wie bei anderen großen Wettbewerben.

DORTMUND

von Von Julia Gaß

, 11.10.2011, 14:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Vady Kholodenko (vorn) ist Sieger des 12. Internationalen Schubert-Klavier-Wettbewerbs. Chi-Ho Han ist zweiter Preisträger, Ah Ruem Ahn wurde Dritte.

Vady Kholodenko (vorn) ist Sieger des 12. Internationalen Schubert-Klavier-Wettbewerbs. Chi-Ho Han ist zweiter Preisträger, Ah Ruem Ahn wurde Dritte.

Vadym Kholodenko (25) aus der Ukraine, Student in Moskau, präsentierte sich im Preisträgerkonzert Montag im Orchesterzentrum NRW in Sokolovscher Manier. Tief gebeugt saß er am Flügel; da war ein Klangtüftler in Schuberts großer c-Moll-Sonate D 958 am Werk. - Ein Pianist mit Persönlichkeit, der souverän große Sicherheit ausstrahlte und Klänge wunderbar schattierte.

Kholodenko war eine perfekte Mischung aus dem zweiten und dritten Preisträger. Die Südkoreanerin Ah Ruem Ahn (eine Schülerin der Schubert-Preisträgerin 1995, Elena Margolina, die wiederum Schülerin des künstlerischen Leiters des Wettbewerbs, Arnulf von Arnim war) machte Schuberts kleine D-Dur-Sonate D 850 zu einer Meditation. Mehr Esprit (und Kraft) zeigte die 27-Jährige in den "Valses nobles", die nett wienerisch klangen.Pianist Chi Ho Han spielte befreit und temperamentvoll Das Pendant dazu ist Chi Ho Han, ein 19 Jahre junger Sturm- und Drang-Pianist aus Südkorea (jetzt Essen), der noch befreiter und temperamentvoller spielte als im Wettbewerb und ein Feuerwerk zündete in Schuberts Wanderer-Fantasie. Die hatte aber mehr den Charakter von Liszt als von Schubert. Han ist ein talentierter Pianist, ein Edelstein, den sein Lehrer Arnulf von Arnim noch etwas schleifen muss. Hören wird man von ihm bestimmt.

Und dann war da noch Viller Valbonesi, der 29-jährige Italiener, der mit seinem Mozart-Spiel und viel Klangfantasie imponierte. Es war eine Kunst, mit dem langsamen Satz aus Mozarts Sonate KV 330 beginnen zu müssen und sich so in die Musik zu vertiefen, wie Valbonesi. Er bekam den Sonderpreis der Mozart Gesellschaft, ist einer von deren potentiellen Stipendiaten für die Saison 2012/13. Der Verband will ihn im Auge behalten. - Sehr lohnend. 

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