Ein wunderbares Vermächtnis mit Wieniawski

CD-Tipp

Auf der ganzen Welt hat Pianist Marian Migdal Klavier gespielt - in allen großen Konzertsälen. Kammermusik mit seiner Tochter Liv, einer Geigerin, hat er erst spät auf CD aufgenommen.

BOCHUM

, 03.01.2016, 18:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
Liv und Marian Migdal

Liv und Marian Migdal

Nach der prämierten Einspielung des Duos von Violinsonaten von Beethoven, Debussy und Strauss 2014 ist gerade eine CD mit Werken der Brüder Józef und Henryk Wieniawski erschienen. Und diese Hommage an die Komponisten seiner polnischen Heimat, ist das Vermächtnis von Marian Migdal. Am 2. April ist der Pianist mit 66 Jahren in Bochum gestorben.

Welt-Ersteinspielung

Sehr sauber und konzentriert, aber eher zurückhaltend, spielt die 27-jährige Liv Migdal, eine ehemalige Stipendiatin der Dortmunder Mozarts-Gesellschaft, die Sonate op. 25 von Józef Wieniawski - eine lohnende Welt-Ersteinspielung. Der elegante Ton und die tiefe Reife und Abgeklärtheit der jungen in Herne geborenen Geigerin machen die Einspielung zum Ereignis.

Fast im Mozart-Ton spielt Liv Migdal die Musik des Spätromantikers; man hört, dass sie in Salzburg studiert hat. Und Marian Migdal zeigt am Klavier, was für ein großartiger, einfühlsamer Begleiter er ist.

Virtuosität

Technische Bravour und Virtuosität spielt Liv Migdal in den beiden Gemeinschaftswerken der Wieniawski-Brüder auf der CD aus. Die zu hören, ist auch eine Seltenheit und Freude.

Ihre große Palette an Ausdrucknuancen spielen sowohl Liv als auch ihr Vater Marian im "Allegro de sonate" op. 2 und im "Grand Duo Polonais" op. 5 der Brüder aus. Technisch klingt das auf der Geige und brillant und makellos.

Vater Migdal begleitet furios und stellt sich perfekt auf den Geigenton seiner Tochter ein. - Ein wundervolles Vermächtnis.

Józef und Henryk Wieniawski: Music for Violin and Piano mit Liv und Marian Migdal; Naxos, ASIN B015OPM82S.

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