Eine Treppe zum Himmel aus alter Industrie

Skupturenwald Rheinelbe

GELSENKIRCHEN. Kunst und Natur - das passt gut zusammen. Unsere Serie "Kunst im Grünen" widmet sich deshalb den Skulpturenparks der Region und will dazu anregen, diese schönen Open-Air-Museen zu besuchen und zu genießen. Heute: der Skupturenwald Rheinelbe in Gelsenkirchen.

von Von Lena Aust

, 22.08.2011, 15:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die "Himmelstreppe" im Gelsenkirchener Rheinelbe-Wald - leider mit Graffitis.

Die "Himmelstreppe" im Gelsenkirchener Rheinelbe-Wald - leider mit Graffitis.

Als 1930 die Arbeit auf der Zeche Rheinelbe in Gelsenkirchen eingestellt wurde, folgte in den 80er Jahren der Abriss. Übrig blieb eine 40 Hektar große, mit Stacheldraht umgebene Industriebrache. Wer allerdings heute über Rheinelbe spaziert, denkt kaum noch an die alte Nutzung der Fläche: Im Rahmen des Projektes "Industriewald Ruhrgebiet" kümmerte sich seit 1996 die Internationale Bauausstellung Emscher Park (1989-1999) um die Erneuerung dieser alten Industriefläche. Dabei entstanden nicht nur neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere - auch für Menschen bieten sich neue Erholungs-und Erlebnisräume. Das Gebiet hat fast schon wildnishaften Charakter."Kein typischer Wald" "Es ist kein typischer Wald, in dem Bäume und Sträucher künstlich aufgereiht sind", sagt Oliver Balke vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW. "Wir achten zwar darauf, dass die Sicherheit gewährleistet ist, lassen der Natur jedoch freien Lauf."

Das Ziel war, die Brache ästhetisch umzugestalten. Der 2008 verstorbene Künstler Herman Prigann arbeitete von 1996 bis 2004 an Kunstwerken. Mit Materialien, die zur Geschichte des Ortes passen, entwarf der Künstler verschiedene Werke, die heute im Skulpturenwald Rheinelbe zu sehen sind. Verwendet hat er Gebäudereste und Grundmauern von alten Industriebetrieben, Rohre oder Holz. So ist ein spannender Dreiklang aus Mensch, Natur und Technik entstanden.Aufstieg zum Spiralberg Höhepunkt des Skulpturenwaldes ist der Aufstieg zum 85 Meter hohen Spiralberg im Süden. Auf dem Gipfel erwarten jeden Besucher die aus Betonrelikten einer Dortmunder Zeche erbaute "Himmelstreppe" und ein fantastischer Blick. Forststation Rheinelbe: "Skulpturenwald Rheinelbe", Virchowstraße 100 (führt im Navi direkt zum Parkplatz), Gelsenkirchen, Infos unter Tel. (0209) 1 47 48 44.

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