Einen Schatz mit Strahlkraft gehoben

Sammlung Gigoux in Wuppertal

Nur das Beste vom Besten. Unter dieser Devise legte sich der französische Salonmaler Jean-François Gigoux ab 1840 eine Sammlung von europäischem Rang zu. Sein Bilderschatz ist nun erstmals in Deutschland zu sehen.

WUPPERTAL

von Von Bernd Aulich

, 11.10.2013, 19:53 Uhr / Lesedauer: 1 min
Den "Selbstmord der Lukrezia" malte Cranach um 1537.

Den "Selbstmord der Lukrezia" malte Cranach um 1537.

500 Gemälde und 3000 Zeichnungen hortete der Sohn eines Schmiedes für seine Pariser Privatsammlung. Als er 1894 hochbetagt mit 88 starb, vermachte er alles dem Museum seiner Vaterstadt Besançon.

500 Gemälde und 3000 Zeichnungen hortete der Sohn eines Schmiedes für seine Pariser Privatsammlung. Als er 1894 hochbetagt mit 88 starb, vermachte er alles dem Museum seiner Vaterstadt Besançon.

Geld spielte für den vermögenden Künstler keine Rolle. Durch seine Malerei und als Immobilienspekulant zur Zeit des Pariser Stadtumbaues durch Baron Haussmann hatte er ein Vermögen angehäuft.Grandiose Meisterwerke

Wer besitzt schon fünf grandiose Meisterwerke von Cranach und Gemälde der großen Venezianer Bellini, Tintoretto, Tiepolo und Tizian? Und obendrein Prachtstücke der holländischen, flämischen und spanischen Malerei, darunter vier so genannte schwarze Gemälde, die im Gegensatz zu Gigoux' Vermutung nicht von Goya, sondern von Velásquez stammen? Hier zeigt sich eine erstaunlich moderne Vorliebe für das Abgründige, das Unvollendete und für pure Malerei, die in Farben schwelgt.

Sein eigens restaurierter, nach 50 Jahren erstmals wieder zu sehender monströser Historienschinken "Die letzten Momente im Leben von Leonardo da Vinci" brachte ihm als 29-Jährigem eine Goldmedaille des Pariser Salons ein. Ein verstockter Reaktionär aber war Gigoux offenkundig nicht. In einem Saal mit seiner Salonmalerei hängt auch ein großes Porträt des Frühsozialisten Charles Fourier.Abbilder des Lebens

Über die französische Kunst hatte Gigoux ohnehin eine besondere Meinung. Sie, bekannte er, "steht für mich immer im Rang hinter der Kunst aus Venedig und aus Holland, denn diese Kunst bildet das wahre Leben ab, während sich die unsere nur innerhalb der Konventionen bewegt".