Eisaugen

Margit Kruse

Nette Ruhrgebiets-Nostalgie sollte hier niemand erwarten. Für ihren ersten Krimi "Eisaugen" hat die Gelsenkirchnerin Margit Kruse nämlich dem Volk aufs Maul geschaut - und herausgekommen sind Figuren, so alltäglich fies, dass man teils schallend darüber lachen muss.

von Von Bettina Jäger

, 03.03.2011, 13:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eisaugen

Am Anfang liegt eine junge Frau tot auf dem Friedhof. Allerdings nicht ordnungsgemäß im Grab, sondern brutal ermordet. Danach müssen zwei ältere Herren dran glauben und schließlich gerät auch Süßwarenfachverkäuferin und Hobby-Ermittlerin Margareta in Lebensgefahr. Aber nicht die (durchaus spannende) Krimihandlung ist hier die Hauptsache. Sondern, wie Margit Kruse ganz normale Familien beschreibt - berechnende Witwen, übelriechende Tanten und Margaretas Vater, der der Nachbarin gern ins üppige Dekolletee linst. Ist das noch realistische Beschreibung oder schon Satire? Wer hier nichts wiedererkennt, der hat keine Familie.Margit Kruse: Eisaugen. Ein Ruhr-Krimi, Gmeiner, 9,90 , ISBN 978-3-8392-1116-8.

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