„Es ist langsam nicht mehr lustig“: Erneuter Ansturm auf Harz und Sauerland

Tourismus Verkehr

Erneut zieht es hunderte Tagesausflügler in die deutschen Mittelgebirge. Im Harz waren schon am Morgen alle Parkplätze voll. In Winterberg hat die Polizei inzwischen eine Straße gesperrt.

Torfhaus/Winterberg

03.01.2021, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Fahrzeuge stehen am Samstagmorgen auf Behelfsparkplätzen an der Bundesstraße 242 zwischen Braunlage und Torfhaus im Harz.

Fahrzeuge stehen am Samstagmorgen auf Behelfsparkplätzen an der Bundesstraße 242 zwischen Braunlage und Torfhaus im Harz. © picture alliance/dpa

Der Ansturm auf die deutschen Winter-Ausflugsgebiete hält weiter an: Wanderer und Rodler steuerten die Parkplätze in den teils verschneiten Orten im Harz schon am Samstagmorgen an. Die Polizei Goslar twitterte am Vormittag, dass die Parkplätze weitgehend ausgelastet seien, es auf der Bundesstraße 4 von Bad Harzburg Richtung Torfhaus einen langen Stau gebe.

Sie appellierte an Tagesauflügler, weiträumig auf andere Bereiche im Harz auszuweichen und die Rettungswege frei zuhalten. Auch der Großraumparkplatz in Torfhaus war überfüllt, viele Autofahrer parkten am Straßenrand. Und auch am Kiosk von Karsten Pauly herrscht großer Andrang. Natürlich sei er froh, Umsatz machen zu dürfen, sagt er der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Zugleich aber spricht er über chaotische Zustände: „Es ist langsam nicht mehr lustig.“

Eigentlich möchte er ja seinen Skiverleih öffnen. „Da muss ich aber erst einen Sicherheitsmann einstellen, damit es gesittet abläuft und die Abstände eingehalten werden.“ Auch ärgert ihn, wie die Leute mit den geschlossenen öffentlichen Toiletten umgehen. Bei seinem Nachbarn hätten einige Tagestouristen schon in den Garten gepinkelt. „Der ist richtig sauer.“

Die Schlepplifte sind wegen der Corona-Pandemie geschlossen, aber viele Familien und auch Gruppen machten sich zu Fuß auf den Weg. Schon an den vergangenen Tagen stauten sich die Autos in Ausflugsorten kilometerlang.

Großeinsatz der Polizei in Winterberg

Auch der Ansturm auf Winterberg im Sauerland hält weiter an. Schon am Samstagmorgen meldete die Stadt auf Facebook „erste Verkehrsstauungen“.

Am Mittag meldete sich die Polizei dann via Twitter zu Wort - mit eindringlichen Worten: „Die Skigebiete im Kreisgebiet laufen voll. Der Verkehr staut sich kilometerweit! Die Parkmöglichkeiten sind ausgeschöpft! Unser Appell: Dreht um. Kommt nicht in die Skigebiete. Es ist nicht die richtige Zeit für Menschenansammlungen!“

Kurz darauf griffen die Behörden durch: Die B480 kurz vor Winterberg wurde gesperrt, der Verkehr abgeleitet. Über diesen Weg ist Winterberg seit Samstagnachmittag nicht mehr zu erreichen.

Wie die „WAZ“ berichtet, hatte die Stadt am Morgen Unterstützung bekommen. Die Polizei im Hochsauerlandkreis achtet an diesem Samstag verschärft darauf, dass die Maskenpflicht und die Corona-Schutzverordnung eingehalten werden. Die Polizei selbst kündigte auf Facebook am Morgen einen „größeren Einsatz“ an.

Auch am Großen Feldberg hält der Ansturm von Schneesuchenden mitten in der Corona-Pandemie an. Rund um den höchsten Gipfel im Taunus sei es „chaotisch wie die letzten Tage“, sagte ein Sprecher der Polizei in Königstein am Samstag. Zahlreiche Ausflügler seien trotz gesperrter Gipfel-Zufahrten unterwegs, Straßen in den umliegenden Ortschaften rund um den Feldberg seien zugeparkt, teils auch die Bundesstraße 8. Die Polizei war dem Sprecher zufolge für Kontrollen vor Ort und um den Verkehr zu lenken. Die Beamten appellierten erneut, die Region für einen Winterausflug zu meiden.